Panorama, Panorama, Panorama! In der einen Richtung das gewaltige Bergmassiv des Wilden Kaisers, in der anderen der namensgebende Ort Ellmau mit Kirchturm, Bergkapelle und Kuhweiden, über allem fetzblauer Himmel. Mehr Tirol geht nicht. Die Golfbahnen sind breit und so gestaltet, dass man diese Ausblicke durchaus genießen kann.
Wie schreibe ich über Ellmau, ohne den „Bergdoktor“ zu erwähnen? Gar nicht. Hans Sigl, der in der Rolle des TV-Arztes seit Jahrzehnten Wunder vollbringt, ist nämlich in Ellmau Mitglied und wird in Drehpausen des öfteren gesehen. Schweigend, alleine, mit Schlapphut und dunkler Brille. Er will – zu Recht – seine Ruhe haben.
Ruhe gibt es an diesem prachtvollen September-Samstag in Ellmau keine. Der Par-72-Kurskombination „Wilder Kaiser“+“Ellmau“, 5.800 bzw. 5.170 Meter lang, ist rappelvoll gebucht. Wartezeiten soll es erfreulicher Weise aber keine geben für uns: mich, zwei Münchner und ein weibliches Mitglied, das für die Clubmeisterschaft morgen übt und nur neun Löcher spielt, um sich nicht heute schon zu verausgaben.
Ebene Bahnen mit Rundum-Bergblick
Auch wenn wir uns in Tirol befinden: der Platz ist großteils eben. Gut, ab und zu ein erhöhtes Grün wie auf der 1 oder der 3. Ansonsten spielt man auf sanft ansteigenden oder leicht abfallenden, sehr breiten Bahnen. Frontales Wasser gibt es erstmals auf der 4, und dort auch nur von Gelb. In der Landezone ein einsamer Baum, im Hintergrund diesmal das Kitzbüheler Horn. Die 5 kommt scheinbar sehr breit daher und ohne besondere Hindernisse, die Tendenz nach links ins Out zu schlagen, ist aber seltsamer Weise groß in unserem Flight, obwohl uns die Mitspielerin mit Platzkenntnissen gewarnt hat. Optisch ganz großartig die 7, leicht bergauf zu einem links liegenden Grün, der Wilde Kaiser immer im Blick. Auf der 8 warnt uns unsere Tirolerin beim Anspielen auf das Grün vor dem Teich, über links spielt sich die Bahn aber sicher. Die 9 ist völlig unspektakulär, wenn du auf diesem Par 3 Fehler machst, liegt es nur an dir. (Vielleicht hat am Tee aber auch der Blick nach rechts abgelenkt, zum Holzhäuschen am Teich und dem Kaiser dahinter. Fast schon kitschig.)
Back Nine: friedvolles Golfen mit Spannung auf der 17
Ab der 10 startet der Kurs „Ellmau“, meine Golfuhr zählt weiter, die Scorecard beginnt wieder mit Bahn 1. Egal, wo dein Ball zum Liegen kommt – Weiterspielen ist auf den breiten Bahnen immer möglich. Pittoreske Heuschober müssen ab und zu umspielt werden, etwa vom Tee der 12 oder auf der 13. Die meisten Grüns sind nur sanft onduliert und angenehm schnell. Wer auf dem Par 3 der 14 Richtung Clubhaus kein Par spielt, ist selbst schuld. Leider.
Nicht nur optisch schön (Wilder Kaiser, eh klar) ist die 15, sondern auch tricky zu spielen dank listig platziertem Bunker in der Landezone des 2. Schlages. Auf dem sehr kurzen Par 3 der 16 begleitet uns stilecht Kuhglockengeläut und vor der 17 hatte mich die Tirolerin schon gewarnt. Am Tee diskutieren wir, ob der querende Bach und der Teich links überschlagen werden sollen, oder ob man besser vorlegt. Was soll ich sagen: drei von uns landen im Wasser. Ich mit dem 2. Schlag, weil der Ball in einem winzigen, eh schon windschiefen Baum vor dem Teich hängen bleibt. Die Stimmung ist trotzdem gut angesichts einer wunderschönen 18: der Teich rechts kommt kaum ins Spiel, die Bahn führt ganz leicht bergauf und wirklich sehr breit zum Grün neben der Clubhaus-Terrasse. Die beiden Münchner gehen auf ein Bier, ich verabschiede mich, weil im Hotel mein nichtgolfender Mann schon auf mich wartet…
Mein persönliches Fazit
Den Platz muss man wegen der atemberaubenden Kulisse einfach spielen! Ein richtiger Urlaubs-Kurs mit relativ schlichten, breiten Bahnen, sehr gut für alle Spielstärken geeignet. Ich habe den 18-Loch-Kurs „Wilder Kaiser“+“Ellmau“ gespielt. Es gibt weitere 9 Loch mit Namen „Tirol“. Muss auch erwähnt werden: leider auf einigen Bahnen Straßenlärm, weil der Platz an der vielbefahrenen Bundesstraße St. Johann i.T./Wörgl liegt. Entzückendes Clubhaus im alpinen Stil, Terrasse natürlich mit Kaiser-Blick. Vom Restaurant „Sonneck“ hört man nur Gutes, ich war leider nicht dort. Nächstes Mal dann.
Ebenfalls gespielt habe ich diesmal den GC Eichenheim: für Alle, die mehr Gelände und Spannung brauchen – Leading Golf vom Allerfeinsten!
















