Vorweg: die beiden Penati-Plätze sind das Beste, was ich bisher in der Slowakei gespielt habe! Nur 1.45 Stunde von Wien entfernt liegen zwei Kurse mitten im Föhrenwald und an einem großen Naturteich, die Ihresgleichen suchen. Wir starteten mit dem Legend Course – an diesem Tag Par 73 -, dem älteren der beiden Resortplätze. Auch gleich vorweg in aller Kürze: Hammer!
„Auweia“, sagt meine Altentann-erfahrene Freundin und wedelt am 1. Abschlag mit der Scorekarte, „Nicklaus Design! Das heißt jede Menge Bunker.“ Gerade scheint fraglich, ob wir die alle sehen würden – über uns hängen drohende schwarze Gewitterwolken. Wir nehmen uns eine Banane aus dem Korb im Starterhäuschen (netter Service) und begrüßen das mit uns spielende koreanische Pärchen Tony und Gini im Cart. Mein 1. Schlag landet im Dogleg genau richtig und Tony sagt zum ersten Mal an diesem Tag anerkennend: „Goood shoooot“. Wir spielen uns warm auf leuchtendgrünem Teppichfairway zwischen dunklen kerzengeraden Föhren. Viel breiter beginnt das Par 5 der 2 – jetzt leider unter Donnergrollen – führt stärker bergauf als ich in dieser Gegend vermutet hätte, endet aber sehr schmal zwischen mehreren tiefen Bunkern. Grandios von Anfang an die sehr großen Grüns: Geschwindigkeit 9,5 Stimp stand zu lesen, gerade richtig, damit auch höhere Hcps wie ich mit den starken Wellen und Plateaus zurechtkommen. Auf dem Par 3 der 3 wird der zu kurze Abschlag durch eine hohe Welle vor dem Grün bestraft, die dafür aber sehr fotogen ist 😉
Fairway-Wellen und unzählige Bunker
Grandiose Optik auf der 4! Hier wurde an tiefen Fairwaybunkern nicht gespart („Ich hab’s gewusst“, sagt meine Freundin.), man braucht etwas Strategie in der Schlägerwahl auf der Bahn, die erst bergauf führt, und dann nach einer tiefen Senke mit einem erhöhten Grün aufwartet. Wunderschön das Par 5 der 6, bergab über Wellen schmal an schiefen Föhren vorbei und mit jeder Menge Bunker am Ende! Tony haut nur so seine Drives raus – das Cart hilft zuweilen beim Ballsuchen im Rough, bei jedem guten (wenn auch deutlich kürzeren) Schlag von uns tönt dafür „Gooood Shoooot“ über den Platz.
Originell der tiefe Grasbunker in der Landezone der 7, den Gini bravourös überspielt – wir halten uns links davon. Auf dem Par 3 der 8 kommt erstmals Wasser ins Spiel. 142/98 Meter sind es auf das tief unter uns liegende Grün, das ich sicherheitshalber sehr weit rechts anspiele und dafür den sehr langen Putt in Kauf nehme. Düstere Stimmung auf der 9, aber nur was die Wolken betrifft. Tony macht am Tee jede Menge Fotos von uns, Gini drived ihren Ball scheinbar mühelos in die Bahnmitte. Das Wasser rechts kommt auch für uns nicht ins Spiel. Rechter Hand hingegen sehen wir schon die 10 gegenläufig am anderen Ufer und aus dieser Perspektive auch, wie das Fairway deutlich zum Wasser hängt… Dermaßen vorbereitet halten wir uns später lieber links am Waldesrand: Während Tony und Gini das Grün übers Wasser anspielen und im Teich angeln, gehen wir beide mit einem für uns erfreulichen Bogey vom Grün der schwierigsten Legend-Bahn (Sorry, das musste mal gesagt werden, höhere Hcps und so).
Die schönsten Bahnen (nicht immer) weit und breit
Am Tee der 12 geht uns nicht nur das Herz, sondern auch die Sonne auf. Das Par 3 liegt wunderschön unter uns und ist ohne große Mühe zu spielen. Eine der allerschönsten Bahnen für mich ist die 13, die über eine querliegende Waste Area startet, durch mehrere listig platzierte Bunker leicht genickt hügelan führt und auf einem welligen Grün hoch oben endet (Titelbild!). Danach die 14, mit zwei nebenander platzierten Riesenbunkern in der Landezone. Zu weit rechts halten ist auch keine Lösung, dort lockt der Föhrenwald.
Auf der 15, endlich, wissen auch meine Freundin und ich, was es mit dem Par 73 auf sich hat: Vor uns liegt ein herrlich anzusehendes 635/495 Meter langes Par 6. Leicht abwärts, ab der querenden Waste Area in der Mitte praktisch überall tiefe Bunker, später eine weitere Waste Area links, ein mit Bunkern und Senken gut verteidigtes Grün hoch oben am Ende. Unsere Koreaner, Penati-Mitglieder seit Jahren, lotsen uns freundlich durchs Gewirr, spielen selbst völlig unbeirrt und Tony notiert ein Par am Ende. An manchen Tagen wird die 15 übrigens nur als Par 5 gespielt, indem die Abschläge nach vorne gesetzt werden.
Dickes Ende
Auf das Par 3 der 16 unter uns legt sich die milde Abendsonne. Die Waste Aree ignoriere man, sei aber nicht zu lange, weil man sonst aus dem Hügelrough hinter dem Grün abwärts chippen muss. Auf der 17 schwingt Gini den Driver nur mit 75%, um nicht im Fairwaybunker zu landen, ich gebe 100 % und… naja. Der Bunkersand ist übrigens vom Feinsten. Wenigstens bleibt mir diesmal „Goooood Shoooot“ erspart. Das ist auch auf der 18 so, die schmal abwärts startet, das Clubhaus schon ins Sicht, schräg rechts ein Inselgrün direkt vor der (gut besuchten) Terrasse. Nur so viel: Das Koreaner Paar braucht nur einen Schlag bis zum Wasser und setzt dann gekonnt einen Pitch über, meine Freundin spielt von weiter vorne unbeirrt über den Teich und ich… weiß jetzt, wo die Drop Zone ist.
Ein Glas Wein auf der Terrasse geht sich für meine Freundin und mich gerade noch aus, ehe endlich doch das Gewitter über uns ist. Das Essen genießen wir drinnen.
Mein persönliches Fazit
Höchst (auch optisch!) beeindruckender Kurs, an manchen Tagen als Par-73. Mitten im Wald, also sehr viele Bäume, sehr viele Bunker. Einiges Auf und Ab, aber man kann den Platz ohne Weiteres gehen. Top gepflegt, Clubhaus am 18. Grün mit schönem Proshop und sehr guter Gastronomie mit vielseitigem Angebot. Übernachten sollte man jedenfalls im Resort. Denn: Wer Legend sagt, muss auch Heritage sagen!
Unbedingt auch den 2. Penati-Platz spielen: Heritage Course
Übernachten direkt im Resort? Hier meine Empfehlung: „Schöner wohnen im Haus am See“


















2 Kommentare zu „Penati Golf Resort – Legend Course: stylisches Auf und Ab im Föhrenwald“