Die Berge von Sintra winken nur aus der Ferne – Pestana Beloura ist ein völlig ebener Resortkurs nördlich von Cascais. Die gute Platzpflege und ein paar schön designte Bahnen sorgen für eine entspannte Runde.
Das Navi spinnt und ich kurve suchend durch eine scheinbar endlose Aneinanderreihung von Appartmenthäusern. Hinweisschilder Fehlanzeige, aber irgendwann finde ich dann zum unscheinbaren Eingang des Pestana Beloura-Clubhauses. Nur wenige Autos am Parkplatz. Nebensaison, äußerst herzlicher Empfang im Sekretariat. Man schickt mich an meinem letzten Tag der Cascais-Golfwoche allein auf die Runde, und das ist mir angesichts meiner zunehmenden Ermattung durch bisher fünf Runden en suite ganz angenehm 😉
Nach Regen und Nebel gestern in Penha Longa empfängt mich heute ein kühler Sonnentag mit ordentlich Wind. Das Par 5 der 1 ist keine Bahn zum Aufwärmen, sondern ein ziemlich herausforderndes, schmales Dogleg. Oliven und Eukalyptus rechts und links sorgen für die nötige Konzentration am Tee. Schön das kurze Par 4 der 2 hügelan, dem ein schlichtes, aber palmenbestücktes Par 3 folgt. Der starke Wind macht beide Bahnen schwieriger. Erfreulicher Weise ist aber der Boden nach den Regenfällen der letzten Wochen erstaunlich trocken, nur die Grüns sind etwas langsam. Das Dogleg der 4 sanft bergab soll eine der wenigen Bahnen mit tiefem Boden sein. Ansonsten sorgen dicht gewachsene Fairways für angenehmes Spielen. Sehr schön die 7, bei der ein Teich rechts, ein Teich links und eine fotogene Palmenreihe ins Spiel kommen und die Bahn zur schwierigsten des Kurses machen. Einer der Teiche säumt die 8 auf der linken Seite, ehe die 9 im Bogen zurück zum Clubhaus führt.
Parklandkurs und Palmen
Die Back Nine beginnen wie die 1: Ein Par-5-Dogleg nach rechts mit wilden Windböen. Ein Schild mit „In memory of past PING Members. Gone but not forgotten“ haben humorvolle Menschen auf die Bank an der 10 getackert. Die nächsten Bahnen laufen schnurgerade und nur mit wenigen Bunkern versehen Richtung Grüns. Ehrlicher Weise wähne ich mich gerade eher im südlichen Niederösterreich denn in Portugal, was die Anmutung des Platzes betrifft. Als hätte sie meine Gedanken gelesen, bemüht sich die kurze 13 an einem Teich entlang kreativ auf ein hochliegendes Grün, und auch die 14 strengt sich optisch an – sanft abfallend, mit Palmen rechts und weißleuchtenden Bunkern vor dem Grün. Links des Platzes jetzt leider Industriebauten, die 15 nicht nur deshalb wenig ansprechend. Schön dafür dann das Par 5 der 16, schmal vom gelben Tee weg durch eine Schneise, ehe ein Bachlauf für Alle unpraktisch das Fairway quert. Das Grün liegt auch noch erhöht – und dann habe ich die zweitschwierigste Bahn des Kurses hinter mir.
Die schönste Bahn des Platzes ist nach der 2 und der 7 eindeutig die 18 zurück zum Clubhaus. Den querenden Bach mit kleiner Steinbrücke ignoriert man vom Tee aus. Der Wind hat mir ordentlich zu schaffen gemacht heute, das Clubhaus wirkt leer und wenig einladend, also packe ich mein Zeug und fahre an die Küste: Fisch essen.
Mein persönliches Fazit
An Pestana Beloura ging ich mit den niedrigsten Erwartungen der Woche heran, wurde aber angenehm überrascht. Gespielt wird in den üblichen Appartementanlagen und zuweilen auch neben Industriegebiet. Um 60 Euro Greenfee in der Nebensaison bekommt man aber einen ordentlich gepflegten Kurs für entspanntes Golf. Ein Platz „zum Drüberstreuen“, wenn man noch einen Tag Zeit hat. Sehr freundliches Sekretariat.
Insgesamt 5 Plätze gibt es in der Nähe von Cascais, die ich in meiner Golfwoche natürlich alle gespielt habe. Bitte lies auch: Estoril, Oitavos Dunes, Quinta da Marinha und Penha Longa!
















4 Kommentare zu „Lissabon/Cascais 5 – Pestana Beloura Golf: flach aber herzlich“