27 Spielbahnen hat Sir Nick Faldo vor 20 Jahren in die Pinienhaine von Belek designed. Jeder der drei 9-Loch-Kurse hat seinen eigenen Charakter. Pinienalleen, Buschlabyrinthe nach dem Tee, erhöhte Grüns und Teiche gibt es aber überall. Und Doglegs.
Belek also wieder einmal. Ich hatte ein paar Jahre pausiert, seit ich 2018 zuletzt dort war. Eine Siemens-Gruppenreise lockte aber mit gewohnt perfekter Organisation und zu erwartender netter Gesellschaft, und so checkten wir im Riesenhotel Cornelia (780 Zimmer!) zwischen Meer und Golfanlage ein. Wenn ihr mich fragt: Viel kann man in Belek nicht machen – AUSSER ganz hervorragend golfen!
Am Tag 1 unserer Woche also der Hausplatz Cornelia. Der Shuttlebus vom Hotel biegt schon nach wenigen Minuten zum Clubhaus ab. Unsere Bags werden auf Buggies verladen und hinunter zum Caddiemaster chauffiert. Zeit für uns, den feudalen Proshop zu besuchen. Ja, die feudale Range wäre auch eine Option. King, Queen und Prince steht auf den Wegweisern. Cornelia bietet 3×9 Loch, die bei der Buchung in fixen Reihenfolgen kombiniert werden. Die Bahnen sind von 1 bis 27 durchnummeriert, was auf den diversen Golfuhren zu Verwirrung führt, die bei jedem Kurs wieder mit 1 beginnen.
The KING: der Hügelige
Herrliches Tee von oben herab! Vor uns ein Dogleg, das Grün schimmert rechts durch die Pinien, wo prompt auch einige unserer Abschläge landen … also zwischen den Bäumen. Das Par 5 der 2 zieht sich eben lang rechts um die Ecke, ehe der Kurs ab der 3 in hügeliges Gelände wechselt. Ein prachtvolles Par 3, das Grün steil oben. Wer zu kurz ist, dessen Ball rollt gemächlich in einen der Bunker. „Fox Hole“ heißt das Par 4 der 4 und tatsächlich konnte man früher hier dem „Haus-Fuchs“ von Cornelia begegnen. Heute nur eine Schneise, die nach rechts knickt – das Grün wieder hoch oben. Nach einem Par 5, an dessen Ende rechts ein Teich lockt, ein kurzes Par 3 von Hügel zu Hügel.
Das Signature Hole von King ist aber eindeutig die 7: „Faldo’s Choice“, ein extremes aber kurzes Dogleg, das ab der Mitte steil zum Grün abfällt. Von Gelb versuchen die Herren im Flight direkt das Grün anspielen, von Rot schafft meine Flightpartnerin W. das auch! Weiter geht es in der Ebene, das Par 4 der 8 läuft im Bogen um einen Teich und endet auf einem erhöhten, besonders fies ondulierten Grün. Ohne besondere Vorkommnisse spielen wir die zur Abwechslung schnurgerade 9 Richtung Clubhaus.







The QUEEN: der Kurs der vielen Doglegs
Pinien, nix als Pinien. Und was wir am Tee der 10 noch nicht wissen: vor uns 5 Doglegs auf 9 Bahnen. Danke, Sir Faldo! Doch derweil scheint einmal kräftig die Sonne und die schneebedeckten Gipfel des Taurus Gebirges im Hintergrund lenken unseren Blick ab. Nicht gut: Queen verlangt Konzentration! Die Teppichfairways laufen durch schmale Baum-Korridore, die Grüns sind schnell und daher kaum anzuspielen. Zwischen Tee und Fairway oft allerliebst getrimmte Büsche, an denen zu kurz geratene Abschläge hängen bleiben wie nix. Trotzdem ist unsere Stimmung im Flight hervorragend. Weil uns die Challenge des Platzes (ächz!) nicht reicht, spielen wir irgendein Format, das ich nie richtig verstehen werde – ich gebe aber mein Bestes.
Es geht meist um die Ecke bei Queen. Oder in Schlangenlinien wie auf der 2 mit Hcp 1 und Wasser rechts. Zum Erholen zwischendurch das eine oder andere kurze Par 3. Schön, auch weil gerade verlaufend, die 15, ehe man auf der 16 das Fairway schon wieder um die Ecke muss, und dann liegt das Grün auch noch hinter einem Teich. Das Fairway sucht man am Tee der 17: Nur ein bescheiden schmaler Streifen rechts des Großen Wassers ist als Landezone gedacht. Dafür pfeifen uns die Schwalben um die Ohren, was man auch genießen kann. Auch bei Queen führt die 18 relativ unspektakulär Richtung Clubhaus. Irgendjemand hat unser Spiel gewonnen, was aber auch egal ist, denn Prosecco gibt es für uns Hotelgäste ohnehin All inclusive. (Kleiner Tipp: den lieber nicht bestellen 😉







The PRINCE: der mit dem vielen Wasser
Der Kleine beginnt kurz. Auf dem Par 4 der 19 schlagen die drei Herren Longhitter im Flight hinter uns fast bis aufs Grün, und ich selbst freue mich über ein Par. Eukalyptus rechts und links der 20 bringt Abwechslung in die Pinien. Die Bahn kurvt am Teich rechts entlang auf ein riesiges Grün. Faldos Par 3 haben alle hohen Wiedererkennungswert, das zeigt sich einmal an der 21. Wer möchte, verheddert sich schon am obligaten geschniegelten Busch-Schach nach dem Tee, dann geht’s bergauf zum Grün, davor ein paar Bunker. Fertig. Optisch besonders gut gefällt mir das Par 5 der 23, das an einem Teich beginnt, an dem die Mimosen bis ins Wasser hängen. Ihr Duft ist betörend, aber nicht so, dass uns der Score völlig egal wäre. Schließlich findet auf diesem Kurs unser nervenzerfetzendes Abschiedsturnier in 2-er-Formation statt. Am Abschlag der 24 sollte der Teeshot wohl überlegt sein. Links Wasser, an dessen Ufer eine einzelne Pinie, rechts ein schmaler Streifen Landezone. Dafür können auch Menschen mit sehr weiten Schlägen auf der 26 gefahrlos den Driver zücken. Die Pinienwand links der Bahn stört nicht. Ganz schwierig wird Prince am Schluss: Frontales Wasser vom Tee, dann Wasser rechts bis zum Grün. Das Par 4 hat es in sich und ist das schwierigste Loch des Kurses, ehe am Ende das Clubhaus hinter den Pinien lockt.
Wer sich jetzt wundert: Nein, wir haben nicht alle drei Kurse an einem Tag gespielt, sondern in unterschiedlichen Kombinationen. Drum auch die auf den Fotos (rein optisch) düstere Stimmung am KING und die verschiedenen Challenges 😉







Mein persönliches Fazit
Mir hat ja Prince am besten gefallen, da teilten sich aber die Meinungen unserer 19-köpfigen Gruppe. Schön und hervorragend in Schuss sind alle drei Kurse, die jeweils so kombiniert werden, dass sie eine Par-72-Runde ergeben. Clubhausterrasse mit Blick auf die 18. Wer im Hotel wohnt, kann hier All inclusive essen und trinken. Geduld muss man allerdings haben. Wahrlich beeindruckender Proshop.
Was ich diesmal noch gespielt habe? National, Sultan und eine Flutlichtrunde in Carya! Demnächst hier.