GC Traunsee Kirchham: kein Platz für Angsthasen

Ich hab ja in meinem kurzen Golferinnenleben schon so einige Plätze gespielt, aber einen wie den GC Traunsee Kirchham noch nie. Jaaa, die meisten Mitglieder würden hier zu Fuß gehen, höre ich. Ich nehme nach Studium der Internetseite des Clubs lieber ein Cart, mein erstes benzinbetriebenes übrigens und fahre los. „Auf dem Weg zur 3 geht’s sehr steil bergab“, sagt Chef Matthias noch. „Bremse und Gas gleichzeitig, sonst macht es einen Hupfer. Das könnte irritieren.“ Sollte nicht das einzige auf diesem denkwürdigen Platz sein.

Am Abschlag der 2 schlottere ich offenbar schon vor Angst vor der gefährlichen Abfahrt, jedenfalls finde ich nach meinem Drive durch die Schneise (Foto) den Ball nicht mehr. Es geht scharf nach rechts, steil bergab, bist du zu weit links, ist der Ball auch futsch. Ich wünsche mir jetzt schon einen Caddie, es ist an diesem ruhigen Dienstag aber weit und breit niemand hier außer mir. Die 3 dann: Par 3 mit einem Riesenhöhenunterschied, ganz winzig liegt das Grün unten (Titelbild). Die Abfahrt über den kerzengerade nach unten gebauten Weg (Foto) schaffe ich dank der Anweisungen. Was folgt, sind ein paar entspannte Bahnen, bei denen man höchstens über steile Böschungen auf den Abschlag klettern oder mal ein Wasserhindernis überwinden muss. Ich werde gelassen, finde die 6 nicht, kurve zum Glück mit dem Cart herum bei der Hitze.

„Ein Bogey ist ein guter Score“

Einen Übersichtsplan gibts auf der Scorekarte nicht, aber an den Abschlägen (jeweils eine Tafel am Herren- und eine am Damen-Tee. Top!) entdecke ich etwas viel Besseres: Eine kurze Beschreibung, wie das vor einem liegende Loch am besten zu spielen ist, Schlägerwahl, Landezonen, wie man das Grün anspielen soll. Auf der 8 steht schon mal „Kein Loch für Angsthasen“ (Foto). Später lese ich öfter „Ein Bogey ist hier ein guter Score“ oder, sehr einfühlsam auf der 9 „Wenn Sie das Grün nicht treffen, schlagen Sie lieber in den Bunker als ins Wasser“. Auf der 17 warnt das Schild davor, dass das „Grün sich nach hinten neigt, was man nicht gleich erkennt“. Ich nehme daraufhin einen Schläger weniger und gut ist es!

Steil, aber fair

Ansonsten geht es bergab, bergauf, man hat zuweilen einen herrlichen Blick auf die hübsche Landschaft. Es ist völlig ruhig hier abseits aller Straßen, über mir kreisen, nein, nicht die Geier, sondern Bussarde. Ab der 11 hängen die Hänge gewaltig, mal nach links, mal nach rechts. Ganz extrem die 15. Du hast den Drive über die Kuppe ins Nichts geschlagen („Halten Sie sich besser links“), dein Ball liegt folgerichtig gaaanz knapp an der rechten Kante des Fairways, unter dir irgendein fremdes Grün. Das anzuspielende Green liegt winzig klein hinter dem Fairway, das praktisch ein etwas breiterer Weg ist (Foto).

Mittlerweile schockt mich hier gar nix mehr, weder das störrische Cart, das wirklich immer beim Losfahren einen Hupfer macht, noch die Serpentinenwege, die so eng sind, dass man hofft, alle 4 Räder bleiben drauf, noch die terrassenförmig angelegten Spielbahnen am Berg. Mein Spiel ist ruhiger geworden mit der Zeit, denn der Platz ist trotz allem eines: sehr gut gepflegt und fair. Ich notiere sogar einige Pars auf der Scorekarte. Hunderte Meter lange Drives sind hier höchstens auf einer Handvoll Löcher gefragt, ansonsten ist man gut beraten, strategisch zu spielen. Soweit das bei der ersten Kennenlernrunde möglich ist.

Blick ins Land

Auf dem Par 3 der 16 ragt praktisch ein ganzer Hang in die Flugbahn des Balls zur Fahne, die 17 ist die mit dem nach hinten abfallenden Grün und auf der 18, eh klar: „Nehmen Sie für den 2. Schlag einen Schläger mehr, die Weite wird unterschätzt, es geht steil bergauf“ oder so ähnlich. Die letzten 2 Putts auf dem letzten der übrigens hervorragenden Grüns (!!), dann lockt die Terrasse des hübschen gelben Clubhauses. Von hier guckst du mehr oder weniger zufrieden ins Land (Foto), isst was Nettes und dann gibt’s auch noch ein gemütliches Tratscherl mit der überaus freundlichen Bedienung, die sich als Besitzerin des Clubs entpuppt…

http://www.golfclubtraunsee.com

 

Damenabschlag der 2: erst durch die Schneise, dann nach rechts, dann runter (Par 5)
Es geht bergab. Rechts hinter mir ganz oben der Abschlag, steil unter mir das Grün der 3 (Par 3)
Sag ich ja. (Nicht nur) Die Anweisungen auf der 8 befolgt man besser (Par 4)
Abschläge mit perfekter Rasenhöhe, hier jener der 9 (Par 3)
4-Bahnen-Blick: vorn das Grün der 11, links geht’s zum Abschlag der 12, darüber v.l.n.r. die 15 und ganz oben die Stiege zur 16 …
Hängt a bissl sehr nach links, die 12. Auf das Grün geht’s über die Kuppe (Par 4)
Hübsches Waldgrün der 14 (Par 5)
Echt kein Spaß ;-): die 15 ab dort, wo sie so richtig schmal wird. Ein Stückl zu weit rechts und dein Ball liegt auf der 12.
Einmal noch steil bergauf, dann Clubhaus links in Sicht auf der 18 (Par 4)
Sitzen, essen, schauen und die herrliche Ruhe genießen

 

2 Kommentare zu „GC Traunsee Kirchham: kein Platz für Angsthasen

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