GC Salzburg Eugendorf: Hammerplatz, aber nichts für Feiglinge!

Im Salzburger Flachgau, aber gar nicht eben, liegt der GC Salzburg Eugendorf, wohl einer der coolsten Plätze Österreichs, wie ich finde. Jede Bahn ein Ereignis, fast keine zum „Erholen“ zwischendurch, dazu immer wieder schöne Ausblicke in die sanfthügelige Landschaft. Viel Wasser? Ja! Aber auch das macht erstaunlicher Weise irgendwann richtig Freude. 

„Oh, Eugendorf! Das ist doch der Platz mit DEM GRABEN!“ hört man zuweilen, wenn die Rede auf den Club nahe der Stadt Salzburg kommt. Graben? Im Flachgau??

Ja, er ist tatsächlich da, schon auf der 2, unmittelbar nach dem Knie des Doglegs, das außerdem ziemlich bergauf verläuft. Man ist überrascht, denn was man hier in der Gegend erwartet, ist ein ebener Platz. Aber es sind schon einige Höhenmeter zu überwinden hier im GC Eugendorf, Bahnen mal auf, mal ab, erfreulicherweise aber nie extrem zu einer Seite hängend. Passen die Abschläge, ist man überall schon einmal gut im Spiel, die Fairways sind breit und meistens nur durch einzelne Baumgruppen oder Felder begrenzt. Was den Platz aber so herausfordernd macht, sind seine Hindernisse! Wasser, zum Beispiel, das gleich auf 12 (!) Bahnen ins Spiel kommt.

Viel Carry wär‘ gut!

Aber zurück zur 2, Abschlag bergauf, dann der 2. Schlag ins Knie des Doglegs, aber leider ein wenig zu kurz – und schon stehst du vor einem schier unüberwindlich scheinenden tiefen Graben mit viel wucherndem Grünzeug, aus dem das listige Murmeln eines Baches bis zu dir heraufdringt. Die Distanz zum Grün ist keine große – mental musst du aber jetzt ganz stark sein und entspannt, sonst wird das nix.

Höchste Konzentration ist auf jeder Bahn gefragt hier. Die 3 führt auf ein Plateau mit herrlicher Aussicht in die Umgebung, die dir am Damenabschlag aber noch durch hohes Schilf verbaut wird. Die 4 geht wieder leicht abwärts, herrlicher Blick mit Brücke, aber der letzte Schlag muss trotzdem über Wasser auf das Grün. Keine Erholung auf dem Par 3 der 5, das praktisch nur aus Abschlag, Teich und dahinterliegendem, winzigem, hängendem Grün besteht. Spätestens jetzt merkst du: Eine Bahn zum Durchatmen zwischendurch gibt es auf dem Championship Platz nicht und wenn du dich darauf einmal einstellst, ist er richtig cool. Die Grüns sind schnell, die Fairways schön kurz gemäht, die Pflege ist perfekt an diesem heißen Julitag. Also kommt man auch entsprechend ins Schwitzen, was zum Einen an der sonnigen Lage, zum Anderen an den kniffligen Bahnen liegt. Der Große Graben kommt auf dem Par 3 der 9 noch einmal ins Spiel, ist aber vom Tee aus deutlich leichter zu überspielen.

Welches Grün hätten’S denn gern?

Am Clubhaus vorbei und am großen Stier, dem Clublogo (das aber NICHTS mit dem berühmten Salzburger Getränkehersteller zu tun hat) geht es auf die 10. Und dort passiert etwas Herrliches: Du kannst dir aussuchen, welches Grün du anspielen magst!! Es gibt nämlich ein leichtes ohne Wasser davor und ein schwieriges hinter dem Teich. Par 5 bleibt Par 5 und die Wahl dir überlassen. Wo gibt es das sonst?

Ich spiele frohgemut weiter mit dem Ergebnis, dass mein Abschlag auf der 11 zu weit links und damit im benachbarten Feld landet, völlig unnötig, denn ab hier werden die Fairways besonders breit. Es geht hügelan, auf der 12 ist auch schon wieder Wasser im Spiel, auf der 13 auch. Die 14 bergab und nicht allzu lang, ha, einfach, ehe man nach der Kuppe den Riesenbunker vor dem gesamten Grün sieht und schon… Tricky das Par 3 der 15 und dann eine Bahn, die mir besonders gut gefällt: die laaaange 16, bergab und mit fieser Bunkerlandschaft rund um das Green, aber ganz wunderbar. Das Spiel ist ein Vergnügen auf der perfekt getrimmten Bahn mit ordentlich Roll, den man auf dem Par 5 gut brauchen kann. Auf dem Par 3 der 17 sollte der Abschlag noch einmal auf das Grün hinter dem Teich, aber das sind wir jetzt ja schon gewöhnt, ehe es auf der 18 relativ entspannt hinauf zum Clubhaus geht.

Tja. Ein so schwerer Platz ein Vergnügen? Ja, ist er, und eine glatte Empfehlung, auch für höhere Handicaps wie ich eines habe. Denn er macht Spaß, wenn man nicht unbedingt nur auf den Score schielt, sondern einfach nur die Kreativität der Anlage und die Freude am Spiel genießt. Und für sportliche Spieler ist er eine grandiose Herausforderung.

Hier in der Gegend ist es übrigens eine gute Idee, zu übernachten. Die Festspielstadt Salzburg ist 15 Minuten entfernt und im Umkreis von ein paar Kilometern liegen noch zwei weitere Golfplätze: der GC Römergolf (dort war ich schon) und der GC Gut Altentann. Aber darüber beim nächsten Mal.

https://golf-eugendorf.at

https://golfclub-salzburg.at

Die 2 beginnt harmlos: bergauf, dann ein Dogleg nach rechts und dann…
…das! Ein tiefer Graben, nicht weit auf’s Grün, aber schier unüberwindlich.
Damenabschlag der 3
Blick über den Platz auf das Grün der 7
Signature Hole: die 4. Nicht lang, aber oho.
Ausruhen ist auch hier nicht: die 5 (Par 3)
Das Par 5 der 8
Der gleiche Graben wie auf der 2 jetzt auf der 9. Vom Tee aus geht das aber leichter 😉
Nein, das ist nicht DER Bulle, sondern das ureigenste Logo des Clubs seit Jahren. Der Vergleich macht sicher.
Das „schwierigere“ Grün der 10
Wunderschön gelegen: das Grün der 12. Das Wasser kommt hier kaum ins Spiel.
Tricky Par 3: die 15
Langes Par 5 bergab auf der 16
Bunkerlandschaft, auch auf der 16

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