GC Gut Altentann: Salzburger Golf-Festspiele designed by Jack Nicklaus

Jeden Sommer, am liebsten im August, wenn in der nahen Stadt Salzburg die Festspiele stattfinden, steht der GC Gut Altentann auf meiner Liste. Dann trifft man hier auf Gäste aus aller Welt, die zwischen Mozart und Jedermann eine Runde Golf spielen wollen. Altentann ist ehrwürdig und auch ein wenig kostspielig, und meine Liebe zu diesem Platz erschloss sich erst nach einigen Runden. Dafür dann aber…

Wie freundlich der Empfang hier! Die Damen im Sekretariat machen auch hinter der Covid-Plexiglasscheibe den Eindruck, als hätten sie nur auf einen gewartet. Man plaudert ein wenig, stöbert im Proshop mit einer Riesenauswahl an feinen Golftextilien, kauft schnell noch ein paar Bälle (man weiß ja nie) und bestaunt wie immer die Gewölbe des altehrwürdigen Gutshofs, in dem Club und Restaurant untergebracht sind. Schon ein besonderes Flair hier, so nahe der Festspielstadt Salzburg. (120 Euro zahlte man bisher in der Festspiel-Saison, heuer sind es 90. Was entweder an der außergewöhnlichen Situation durch Covid liegt, oder am Umstand, dass Altentann jetzt auch zur Murhofgruppe gehört. Man wird sehen.)

Ich spiele heute nicht zum ersten Mal hier und weiß, was mich erwartet. Altentann ist der erste von Jack Nicklaus entworfene 18-Loch-Golfkurs auf dem europäischen Kontinent. Nicklaus-Design, das steht für Bunker, Bunker und nochmals Bunker. Außerdem ordentlich ondulierte Grüns und davor Wellen und Täler auf den Fairways.

Erst mal rund um den Teich

Auf die muss man in Altentann nicht lange warten. Die 1 wellt sich gewaltig, spielt sich als Einstieg aber recht gut, die Bälle rollen jetzt im Sommer auch schön weit aus. Man schwingt sich ein auf den ersten drei Bahnen, unterschätzt (wie immer) das kurze Par 3 der 4, das außer dem Grün eigentlich nur aus einem Riesenbunker besteht. Ab der 6 geht es dann rund um den riesigen Teich, immer mit schönem Blick auf das Clubhaus. Man konzentriert sich aber besser, die Fairways scheinen nur breit – rechts Wasser, links langer Fairwaybunker (oder umgekehrt) und man muss wirklich höllisch überlegen, wo der Ball landen soll. Komischerweise liegt schon die 8 vor dem Clubhaus, man ist beim ersten Mal etwas ratlos, quert dann die kleine Zufahrtsstraße und steht dann doch am Abschlag der 9. Die Herren maulen immer an diesem Par 3, sie haben 144 Meter über das Wasser, wir Damen nur läppische 77. Trotzdem alles andere als einfach, das Grün ist winzig und hängt irgendwie nach allen Seiten. Mir gelingt heute tatsächlich ein Birdie, was mich besonders freut, weil ich hier bisher immer einen Ball versenkt habe, und ich gehe beschwingt zu Tee 10.

Schieflagen auf den Back Nine

Eben und flach ist vorbei. Ich mag die 10 sehr, hier war Nicklaus besonders kreativ! Im natürlichen Gelände verläuft das Par 4 bergauf, anfangs breit, dann immer schmäler, rechts die Ausgrenze, die tiefen Bunker werden Richtung Grün immer mehr und zwischen ihnen – erraten – die Nicklaus’schen grünen Wellen!! Spielt man hier öfter, kriegt man den Dreh raus, weniger als ein Doppelbogey ist sich für mich hier aber noch nie ausgegangen.

Es geht weiter aufwärts, auf der 12 endlich liegt der sanfthügelige Flachgau unter einem und man weiß, wo der Platzdesigner sich seine Inspirationen geholt hat. Auch eine Lieblingsbahn von mir, die 13, ein Par 4 bergab, das superkurz sein kann. Auf der 14 geht Bunkerliebhabern wieder das Herz auf und ab der 15 vergesse ich zu fotografieren, weil ich mich voll und ganz konzentrieren muss. Wasser, Baumreihen, Wellen, Bunker, winzige Grüns. Das Par 3 der 16 wieder übers Wasser und wieder megakurz für die Damen, die 17 nur wenig entspannter durch das Biotop links. Und dann die 18. Sie beginnt harmlos breit und endet in einem Mini-Inselgrün, dem Doppelgrün zur 9, das aus irgendeinem Grund bei jeder meiner bisherigen Runden immer in einer ganz blöden Distanz liegt. Und mir mit ebensolcher Regelmäßigkeit den bis dahin mühsam erspielten Score versaut.

Ich glaube ja, Altentann mag man – oder eben nicht. Ich habe mir die Liebe zum Platz über ein paar Jahre erspielt. Heuer ist er besonders schön anzusehen und trotz der üppigen Fairways freut man sich über langen Roll. Nach der Runde unbedingt auf der stilvollen Clubhausterrasse Platz nehmen und etwas Kleines oder Feines essen! Der Blick auf Teich und Fairways lohnt sich allemal.

Kopf vor Muskeln

Zum Nachdenken nach der Runde noch ein Fundstück aus der Club-Homepage: Jack Nicklaus habe hier in Altentann seine drei Designkriterien verwirklicht, heißt es dort. Erstens eher Präzision als Kraft fordern, zweitens jene belohnen, die den Kopf vor den Muskeln einsetzen, und drittens die ursprüngliche Landschaft so wenig wie möglich zerstören.

www.gutaltentann.com

Vorsicht auf dem Par 3 der 4: ein einziger Riesenbunker lauert vor dem Grün
Spielen rund um den Teich, das Clubhaus im Blick und davor das Grün der 7
Herrlich, diese Wellen, oder? Bahn 6
Langes Par 4, seeehr schmal am Teich entlang (Bahn 7)
Die 9: minikurzes Par 3 auf das Grün rechts. Links das Grün der 18
Die 10 liebt man oder hasst man. Par 4 bergauf, Hügel, Wellen, Bunker.
Golfarchitektur vom Feinsten. Auf dem Weg zum Grün der 10
Blick ins Land auf dem Grün der 12
Auf der 13 geht’s bergab.
Annäherung auf der 14 – leider im Bunker.
Die 18. Beginnt harmlos, endet mit einem (winzigen) Inselgrün.
Gutshof als Clubhaus
Auf der Terrasse sitzen und den Blick auf die 8 genießen.

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