Kaiserwinkl Golf Kössen-Lärchenhof: dunkelgrüner Tann und jede Menge „Kohle“

Es ist wahrlich ein Kaiserwinkl, in dem dieser Golfplatz liegt! Ruhig, abgeschieden, umgeben von majestätischen Bergen und bewaldeten Hügeln. Dafür, dass die Runde auf dem Par-72-Platz nicht zu kitschig wird, sorgen dichter Nadelwald, kreativ genutztes Gelände und ein mehrmals hinderlicher Bach.

Prachtwetter in Tirol – ich fahre von Österreich über das kleine Deutsche Eck Richtung Kössen. Die Beschilderung führt mich zum Golfplatz Reit im Winkl-Kössen, wo man im Sekretariat vergeblich nach meiner Teetime sucht. Verwirrung. Falscher Platz! Ich muss nach Österreich, die paar Kilometer zum Golfplatz Kaiserwinkl Kössen-Lärchenhof. Nicht zu verwechseln mit dem GCC Lärchenhof, der ebenfalls ganz in der Nähe ist… Jedenfalls bin ich mitten im grünen Tann, rundum nichts als Wald und Berge und ein schmuckes Clubhaus. Mit mir an Tee 1 Anette, Jürgen und Ulrike aus Passau und der freundliche Starter, der uns erklärt, wie sinnvoll es sei, auf den Bahnen immer nach großen Steinen Ausschau zu halten, die zur Orientierung dienen. Auf der 1 etwa sehr links, sehr vorne.

Allerlei Schmales

Ein kleiner Bach quert das Par 3 der 2, überquert durch eine imposante, rot gestrichene Brücke. Der Bach heißt „Kohle“ und soll uns noch öfter begleiten (oder besser im Weg sein). Überhaupt haben in Kössen alle Bahnen Namen. Die 2 heißt wegen des Berges im Hintergrund „Raue Nadel“. Unsere Bälle müssen durch eine Schneise aufs Grün, was nicht alle tun. Auf der 3 visieren wir gehorsam den Stein rechts an, was dann auch den Winkel im Bogen nach links aufmacht. Die nächste rote Brücke auf der 4. Der Ball sollte am schwierigsten Loch des Kurses auf dem Plateau hinter dem Wasser landen und nicht zu weit links zum Liegen kommen. Wir spielen weiter auf grünen Fairways im grünen Wald, der sich erst auf der 6 für uns öffnet: zu einem Grün mit „Alpenpanorama“. Doch das mit dem Öffnen bleibt nicht lange: Auf der 7 ragt vor uns eine gewaltige Kuppe auf, die wir erst mal blind überspielen müssen, ehe das Grün unter uns liegt. Was für ein wunderbarer Ausblick auf die 8, vor allem von Gelb! Die Breite der Bahn wechselt schnell ins Schmale, man hält sich besser links und hofft auf einen passenden Roll. Nur 85 Meter haben wir Damen dann aufs Grün der 9, steil unter uns, da kann eigentlich nix passieren. Eigentlich.

Geradeaus ist viel gewonnen

Wir machen nur eine ganz kurze Pause beim Clubhaus, dann geht es auch schon abermals bergab auf dem Par 3 der 10. Der Abschlag über die „Kohle“ ist kein Problem, schon eher die Präzision bei einer Länge von 152/138 Metern. Schön eben zur Abwechslung die erst schmale 11, die sich entscheidet, zum Ende hin breiter zu werden. Wir stehen auf einer großen Wiese, ehe die 12 als Dogleg zurück in den Wald führt, in ihrer Mitte einen fotogenen Teich. „Sandige Sichel“ sagt eh schon aus, was uns auf der 13 erwartet, und ich erfülle sämtliche Erwartungen ihrer Namensgeber, was den Sand betrifft. Doch auf den folgenden drei Bahnen können wir etwas durchschnaufen. Bleibt man auf „Taubensee“, „Wilder Kaiser“ (Ausblick!) und „Steingarten“ gerade, stört der Wald rechts und links nicht weiter. Auch den Teich links neben dem Grün der 16 (Titelbild) kann man auslassen.

Atemlos stehe ich dann am Gelben Abschlag der 17 – nicht weil der Aufstieg so anstrengend gewesen wäre, sondern weil der Ausblick so schön ist! Die Bahn wie alle anderen teppichgleich, auch sie mit seitlich Wald, der aber etwas weiter weggerückt ist. Ein letztes Mal gibt es „Kohle“ dann auf dem Par 3 der 18: Sie quert höchst unpraktisch vor dem Grün!

Meine deutschen Flightpartner:innen haben es eilig, sie wohnen im Lärchenhof, der zum Platz gehört, und dort wartet die Nachmittagsjause. Also genieße ich Kuchen und Kaffee alleine und komme ein wenig ins Plaudern mit einheimischen Gästen, was auch sehr nett ist.

Mein persönliches Fazit

Was für ein wunderschön ruhig gelegener Waldplatz mit viel Abwechslung, der wegen der Enge der Bahnen und zeitweisen Höhenunterschiede nicht ganz einfach zu spielen ist. Der Blick auf die Berge ringsum entschädigt für so manchen Fehlschlag zwischen die Bäume. Hübsches Clubhaus mit regionaler Küche.

www.golf-koessen.at

Also, nochmal zur Verdeutlichung: das hier ist der Platz Kössen-Lärchenhof – zum selben Club gehört nur ein paar Kilometer entfernt der schöne, lange (!) 9-Loch-Platz  GCC Lärchenhof.

Bahn 1, Par 4: man halte sich links zum Stein, sagt der Starter
Schmal über die Kohle auf das Grün der 2, 142/114 Meter (Par 3), die Hohe Nadel im Hintergrund
Bahn 3: Dogleg nach links, ab der Mitte wird es schmal (Par 5)
Das ist nur der Anfang der 4, die nach der Brücke nach unten biegt (Par 4, Hcp 1)
Erst schräg durch den Wald, dann öffnet die 6 zu einem Grün mit Alpenpanorama (Par 4)
„Schmaler Grat“: Riesen-Kuppe vor uns auf dem Tee der 7 (Par 4)
Herrlicher Blick ins Land und auf das Fairway der 8, das man besser links anspielt (Par 4)
106/85 Meter auf das tief unten liegende Grün der 9
Abschlag über die „Kohle“, 152/138 Meter aufs Grün der 10
Schmale Waldbahn, die 11, Par 5, Hcp 2
Bahn 12: Nach dem Dogleg nach links führt der Schlag über den Teich (Par 5)
Die „Sandige Sichel“ führt in ebendieser Form leicht nach rechts, dann schnurgerade zum Grün, die 13 (Par 5)
Schattenspiele und Bergpanorama auf der 14 (Par 4)
Perfektes Waldgrün der 15 (Par 4), hinter den Bäumen könnte man den Wilden Kaiser sehen
Gerader geht’s nicht auf der 16 (Par 4)

 

Prachtvoller Abschlag, vor allem von Gelb: die 17, Par 4
Langes Par 3, die „Kohle“ quert ungünstig auf der 18 (164/153 Meter)

Ein Kommentar zu „Kaiserwinkl Golf Kössen-Lärchenhof: dunkelgrüner Tann und jede Menge „Kohle““

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