Diamond GOLD Course: der neue 18er in Atzenbrugg

Aus Country wurde GOLD: Der Diamond Country Club in der Nähe von Wien verfügt jetzt zusätzlich zum DIAMOND Championshipkurs und dem 9-Loch-Public Course (PARK) über einen weiteren 18-Loch-Platz. Der Par-69-GOLD-Kurs wurde vor wenigen Wochen eröffnet. Ich habe ihn an einem stürmischen Spätsommer-Sonntag erstmals gespielt.

Der Wind pfeift uns ordentlich um die Ohren, als wir an diesem sonnigen Sonntag im September Richtung GOLD Course streben. Wir sind neugierig, schließlich passiert es nicht oft, dass ein neuer 18-Loch-Platz eröffnet wird. Der Club hat zu den bestehenden Bahnen des Country Course, den ich bisher nicht kannte, weitere dazugebaut. Das (Re)Design stammt von Olazábal Design, wie die Website stolz vermeldet. An der Range vorbei und dann die 2. Ausfahrt im Kreisverkehr geht es zum Starthäuschen mit WC und Getränkeautomat. Ein Schild erklärt uns die Abschlagmarkierungen, die nach Handicap gestaffelt sind. Unser Herr schlägt von Silber ab, wir Damen von Saphir(blau).

Parkland durch den Auwald

Vor uns die 1, ein kurzes Par 4 durch Baumreihen, mein 2. Schlag überschlägt das Grün, was bei mir selten vorkommt. Gleich weiter nach rechts und rauf auf einen der Abschläge der 2, die auf Hügeln situiert sind. Die Bahn biegt ohne große Vorkommnisse leicht nach links. Sehr schön dann das Par 3 am Teich, laut Scorecard 101 Meter für mich aufs nach vorne hängende Grün, ein Schläger kürzer, weil Rückenwind und alles ist gut. Das Wasser rechts haben wir alle ignoriert. Frohgemut schlagen wir den Driver auf die breite 4, die unerklärlicherweise Hcp 1 hat. Das Grün knifflig, weil wieder stark nach vorne hängend. Die Grüns sind übrigens, euphemistisch gesagt, nicht wirklich flott, was aber sicher an der Aerifizierung liegt.

Nach einem sehr schönen Par 3 im Auwald öffnet sich der Kurs mit dem ersten Par 5. Breit anfangs, seitlich Bunker, das Ende sehr schön mit Graswellen, Teich und Sodenwand-Bunkern. Akkurat gemäht wird auch am GOLD Course vom Rasenroboter. Auf der 7 bräuchte man den perfekten Fade aufs 145/110 Meter entfernte Grün, aber wer hat den schon. Ich spiele über links, geht auch. Auf dem Par 4 der 8 hält man sich am besten nur knapp rechts vom Fairwaybunker – weiter rechts läuft man Gefahr, dass der Ball das hängende Fairway hinunter ins Gebüsch rollt. Der Boden ist nämlich hart, der Rasen kurzgemäht, was einen langen Roll beschert, über den man sich meistens freut – hier aber nicht. Par 3 mit schon wieder 102 Metern von Saphir, dann ein neu gebautes Holzhäuschen mit Halfway-Automat und WC. Erfreuliche Infrastruktur auf dem neuen Platz!

Offenes Gelände und eine Menge Wasser

Am Schotterweg entlang suchen wir das Tee der 10 und passieren dabei jenes der 17. Ab jetzt wird es spannend für mich, ich hab‘ nur eine Golfuhr und in der App sind die neuen Bahnen noch nicht erfasst. Also heißt es, sich auf sein Gefühl zu verlassen, was eine gute Übung ist. Ein Entfernungsmesser im Bag würde natürlich auch helfen. Wie immer auf neuen Plätzen sind die Bäume noch Bäumchen, und der Blick reicht bis zum Alpenvorland. Abschlagtafel studieren auf der 10! Das Par 5 knickt nämlich vor einem Teich und verläuft schräg nach links – das Grün hinter dem Teich gehört zu einer anderen Bahn… Unseres ist gerundet dreieckig, sanft onduliert und schaut einfach perfekt aus. Mit der Aerifizierung ist ab hier Schluss, die Geschwindigkeit unserer Putts müssen wir anpassen. Mit dem Wind im Rücken spielt sich die 11 nebenan retour besonders kurz, ehe die 12 wieder Gegenwind beschert. Bei Schlag aufs Grün halte man sich rechts vom Silo des Bauernhofes im Hintergrund. (Und jetzt muss ich einfach auch erwähnen, dass der „ländliche Geruch“ dieses Hofes uns seit einigen Bahnen schon in die Nase weht, was auch bis zum Schluss so bleiben wird…)

Der Weg zum Abschlag der 13 quert das Fairway der 18, was ein bisschen spooky ist. Die Bahn selbst sehr schön mit Teich rechts vor dem Grün, der aber mit dem 2. Schlag gut zu überspielen ist. Der sogenannte „Pensionisteneingang“ läge nämlich sehr, sehr schmal zwischen leuchtendweißer Bunkerlandschaft und Wasser. Begeistert bin ich vom Design der 14, mit 458/420 Metern die längste Bahn des GOLD Course. Breiter Beginn gegen den Wind, in der Ferne links und geradeaus geschwungene, weißleuchtende Bunker. Das Grün befindet sich schräg links vor uns, auch links neben dem bekannten Silo. Der hilft als Orientierung, es sei denn, man kürzt über die Hügel direkt aufs Grün ab. Beim folgenden Par 3 ist die Windrichtung zu beachten (heute von rechts), weil links neben dem Grün ein Teich liegt. Schöne Gras-Wellen umsäumen dann das Par 4 der 16, die mit Rückenwind eine Freude zu spielen ist. Saphirblau leuchtet am Tee der 17 dann nicht nur unsere Abschlagmarkierung, sondern auch das bewegte Wasser des Teiches dahinter. 137/104 Meter auf das Par-3-Grün wären wahrscheinlich kein Mirakel, würde der starke Wind nicht Bälle fangen oder vertreiben. Durch ein hübsches, neugepflanztes Birkenwäldchen, windet sich der Weg zum Abschlag der 18, die sehr breit beginnt und sich in der Mitte deutlich verengt. Ihre Perspektive ist von Silber gänzlich anders als von Saphir.

An der Range vorbei und am 18. Grün des DIAMOND Course geht es für uns zurück zum Clubrestaurant. Und das ist ja für alle Kurse gleich gut.

Mein ganz persönliches Fazit

Es ist noch nicht alles GOLD, was glänzt, aber auf dem besten Wege dazu. Der Platz (auf der Website tituliert als Championship Course) ist mit rd. 4.800/4.100 Metern kurz, bietet aber vor allem auf den Back Nine alles, was einen spannenden Kurs ausmacht. Für Leute wie mich – ob Longhitter auf dem Kurs ihre Freude haben, mögen sie beurteilen. Weil an manchen Bahnen noch letzte Hand angelegt wird, spielt man momentan von Mo-So um € 50,- (später 80,-).

www.countryclub.at

Am Start zum GOLD Course. Das Cart fährt der Marshal.
Achtung Farbänderung: unser Herr spielte von Silber, wir Damen schlugen von Blau ab, das hier „Saphir“ heißt, aber blau ausschaut…
Rechts sind Bäume, links sind Bäume auf der 1 (Par 4)
Abschläge auf den Hügeln, die 2 biegt sanft nach links (Par 4)
Kurzes Par 3 am Teich (120/101 Meter) mit Rückenwind
Hcp 1 für die 4, das Grün steigt nach hinten an (Par 4)
Bahn 5: Par 3 im Auwald (165/102 Meter)
Prachtvolles Ende der 6 mit Sodenwand-Bunkern, Wellen und Teich rechts hinter dem Grün (Par 5)
Hier bräuchte man den perfekten Fade: 145/110 Meter auf das Grün der 7
Rechts neben den Bunker anhalten auf der 8 – rechts rollte der Ball ins Gemüse (Par 4).
Grün-Blick über den feinsandigen Bunker auf der 8 (Par 4)
120 Meter von Silber, schon wieder 102 Meter lang das Par 3 der 9
Verwirrung in der Mitte der 10? Das richtige Grün liegt schräg links, man muss also nicht über den Teich (Par 5)
Mit dem Wind wird die 11 noch kürzer (Par 4)
Rechts neben den Silo halten auf der 12 (Par 4)
Das Ende der 13 am Teich entlang (Par 4)
Klasse-Bahn! Das Dogleg der 14, zwischen den Bunkern Knick nach links, das Grün von hier aus gesehen links vom Silo (Par 5)
Braves Par 3, die 15, diesmal 151/124 Meter lang und mit Rückenwind. Achtung: links vom Grün ist Wasser!
Sanfte Wellen und windschiefe Bäume auf dem Par 4 der 16
Glitzerwasser vor dem Grün der 17 (Par 3, 137/104 m)
Vom Abschlag Silber aus gesehen: die 18 mit Teichlandschaft rechts (Par 4)…
… und die völlig andere Perspektive vom Abschlag Saphir aus zur Taille der 18

 

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