Der GC Innsbruck-Igls bietet in Rinn einen 18-Loch-Championshipkurs, der es in sich hat. Gefälle, Steigungen, Schräglagen und blinde Schläge fordern vor allem Flachländer:innen einiges ab. Dafür kriegt man aber perfekt getrimmte Fairways und Grüns und ein Panorama, das seinesgleichen sucht.
Der nächste frische Septembermorgen in Tirol. Ich fasse ein Cart aus, weil schon der Anstieg vom Parkplatz zum Clubhaus (und gewissenhafte Recherche vorher) vermuten lässt, wie die Topografie des Platzes sein wird. Und so stehe ich also prompt am 1. Tee, tief unter mir ein Par 4, das sehr deutlich nach rechts hängt. Ich spiele meinen Ball ganz nach links oben und er kommt am rechten Fairwayrand zur Ruhe. Weißleuchtende Bunker und grasgrüne Wellen leuchten mir tief unten auf der 2 entgegen, deren Grün mit herrlichem Bergpanorama im Hintergrund aufwartet (siehe Titelfoto). Auf dem Par 3 der 3 schlägt man von Gelb und Blau von oben ab – mein Tee liegt rechts unten und hat den Teich frontal vor dem schmal dahinter liegenden Grün. Dass die Fahne ganz rechts steckt, macht die Sache nicht einfacher. Ihr seht schon: keine Bahn wie die andere, ich muss euch also jede im Einzelnen beschreiben.
Bergab und bergauf
Bergab und das sehr steil spielt sich die 4, die durch Wald links und Bunker in der Mitte ganz schön tailliert daherkommt, und bergab geht es auch auf dem folgenden samtgrünen Par 3. Auf der 6 genieße ich erst einmal den Ausblick. Im Teich tief unter mir spiegelt sich die Nordkette und gleich nebenan liegt hinter den Birken das Grün. Aber Achtung: Schild genau studieren oder zumindest die Golfuhr befragen! Die machen nämlich klar, dass die Bahn nach rechts oben verläuft und dort ihr hinter dem Wald Grün liegt. Der Weg zur 7 schraubt sich den Berg hinauf und wieder einmal freue ich mich über mein Cart. Die Bahn selbst ist relativ breit, hängt aber fies nach links zu den schönen, weißen Bunkern. Der Weg führt abermals steil hinauf zur 8, die mir ausgezeichnet gefällt. Ihr Grün liegt sehr tief unten, lasst euch nicht ablenken, denn das Panorama – ein Traum! Es geht wieder aufwärts für mich, leider nur mit dem Gelände. Die 9 beginnt von Gelb/Blau mit einem blinden Schlag nach oben – meinen 2. Schlag schluckt der winzige, querende Bach. Im letzten Drittel nehme ich angesichts Waldrand links den Steilhang rechts mutig mit und freue mich, dass der neue Ball brav bis vor das Grün rollt.
Gelände, Gelände – und was für eines!
Allein die Fahrwege fordern einem in Rinn schon einiges ab, so steil und krumm wie sie sind! Auch der zur 10 hinauf, wohl dem höchsten Punkt des Platzes. Klarerweise führt die Bahn deutlich bergab, der Bach von vorhin ist auch wieder quer da. Das Fairway hängt extrem nach rechts, ehe man wieder bergauf spielen muss, am weißen Bunker vorbei auf das hoch oben situierte Grün. Auf der 11 schlagen Gelb und Blau über eine kleine Schlucht, mir bleibt eine relativ breite Bahn mitten im Wald, die auf einem stark bombierten Grün endet. Mein Golferinnenherz lacht angesichts des Traumblicks steil hinunter auf die 12: ein Dogleg mit, nona, Bunkern genau im Knie, 90 Grad rechts runter auf ein malerisches Inselgrün mit Bergblick.
Steil bergab schlägt man dann auf der 13 ab, auf der ein Schild das Servitutsrecht eines Bauern ankündigt, der jederzeit ungefährdet über das Fairway fahren können muss. Heute ist kein Landwirt zu sehen, das Par 4 biegt ab der Mitte nach rechts und nach oben, Hcp 2. Auf dem entzückenden Par 3 der 14 spiele ich endlich jenes Birken-Grün an, das ich auf der 6 schon irrtümlich anpeilen wollte. Mit Erfolg. Das leichte Aufwärts der 15 stört mich längst nicht mehr – an ihrem Ende fasziniert mich der Blick über den Teich zum nächsten Grün und auf die Berge dahinter. Die 16 dann als kurzes Par 3 steil abwärts, links ein Teich, rechts ein Baum davor, und schon plagt man sich mit läppischen 135/100 Metern bergab. Da ist das sanft ansteigende Dogleg der 17 fast eine Erholung, die man angesichts der 18 auch nötig hat: Die letzte Bahn führt steil aufwärts, links Abgrund, rechts ein Hang, der das Denken dominiert. Die 115/95 Meter steil nach oben bitte nicht unterschätzen!
Sekretariat und Clubrestaurant sind in Rinn baulich getrennt, im Restaurant ist noch nix los. Also packe ich mein Zeug ins Auto, gondle weiter über die kleinen Höhenstraße auf dem herrlichen Plateau bis hinunter nach Hall in Tirol, das einen Besuch wirklich wert ist.
Mein persönliches Fazit
Unglaublich schönes Bergpanorama!!! Ich mag Plätze wie diesen sehr gern, aber man muss Steigungen, Gefälle und Schräglagen mögen. Dafür ist jede Bahn am Tee eine Überraschung. Vergiss bei der ersten Runde doch mal den Score und genieße die Landschaft und die völlige Ruhe! Und: Bitte nimm dir ein Cart. Die Höhenunterschiede und oft steilen Wege zwischen den Bahnen überwindet man so einfach entspannter.
www.golfclub-innsbruck-igls.at
Zum selben Club gehört auch der 9-Loch-Kurzplatz Innsbruck-Igls/Kurs LANS, nur wenige Kilometer entfernt.




















Ein Kommentar zu „GC Innsbruck-Igls/Kurs RINN: Scoren mit Bergwertung, dafür atemberaubender Gebirgsblick“