Südtirol – GC Petersberg: Waldplatz mit jeder Menge Doglegs und viel frischer Höhenluft

Etwa 40 Minuten südlich von Bozen liegt auf etwa 1.100 Metern Höhe der GC Petersberg mitten im Nadelwald. Mit guter Kondition und einer Platzstrategie, die auf Doglegs, enge Bahnen und möglichst präzise Grün-Schläge abgestimmt ist, macht der Par 71-Platz Freude. 

Wenn man von Bozen Richtung Petersberg fährt, muss man Kurven mögen. Wunderschöne Alpenstraßen schlängeln sich an Flüssen entlang in die Höhe und Lifttrassen zeugen davon, dass man sich in einer Gegend befindet, wo eigentlich Schigefahren wird. Man kann hier aber auch sehr gut golfen, wenn man der sommerlichen Hitze im Tal entfliehen will und Auf und Ab nicht scheut. Nicht einmal 100 Höhenmeter wären am Platz zu überwinden, sagt der Starter an Tee 1 treuherzig und erklärt mir fürsorglich schon die Lage aller 18 Löcher. So freundlich wie sein Empfang waren auch schon die Begrüßung im Sekretariat und die Bedienung auf der Clubhausterrasse beim Kaffee am kühlen Morgen. Die Range ließ ich auf dem Weg zum ersten Abschlag rechts liegen. Kaltstart.

Achtung, foresta!

Schon auf der 1 habe ich das erste Dogleg des Platzes vor mir. Das soll heute auch meist so bleiben: Der Platzdesigner hatte wohl eine Vorliebe für die geknickten Bahnen, oder aber das Gelände erforderte es so. Den Teeshot sollte man also möglichst so platzieren, dass der Ball weiter in Richtung Grün gespielt werden kann. Die Herren überlegen jedes Mal gut, ob sie den Driver nehmen – ein Holz oder Eisen ist in den meisten Fällen hier besser. Die Herren, das sind Wolfgang aus dem deutschen Memmingen und Fernando aus Padua, der jetzt im Sommer gern in der kühleren Luft hier spielt. Nun reicht mein Italienisch zwar zum Bestellen in der Trattoria und für ein bisschen Smalltalk, heute kommen ein paar Golfvokabeln dazu.  

Aber erst einmal Konzentration auf das Spiel. Es geht auch hier abwechselnd bergauf und bergab, doch nicht so exzessiv wie in St. Vigil Seis. Meine beiden Flightpartner haben Platzkenntnis und raten mir, wo ich die Bahnen anspielen soll. „A destra“ rät mir Fernando auf der 2, weil der Ball ohnehin nach links hinunter rollt. Genau umgekehrt auf dem Par 5 der 3 – bergab, klar. Die Grüns sind nicht allzu schnell hier und auch nicht stark onduliert, haben aber eine ganz andere Schwierigkeit parat: Wer den Schlag zu lang lässt, dessen Ball („pallina“) landet unweigerlich im steil abfallenden Wald („foresta“, ich habe extra gefragt) dahinter und ist entweder verschwunden, oder aber sehr schwer aus den Nadeln und Steinen am Boden spielbar. Das gilt auch für die 5 (Dogleg, Überraschung!), wo ohnehin links und rechts kein Platz zum Anspielen ist. Auf dem Grün ist Fernando aber dann kulant und schenkt mir den letzten Putt: „Dato!“ 

„Lang“ ist hier nicht das Problem

Dass der Starter mit seinen 100 Höhenmetern maßlos untertrieben hat, ist mir spätestens auf der 9 hinauf zum Clubhaus klar. Fernando entschuldigt sich mit „sono vecchio“ und gesellt sich zu seiner wartenden Frau auf der Terrasse.

Wolfgang und ich spielen natürlich weiter. Die 10 ist einmal ein gerades Par 3, die 11 wieder ein Dogleg, bergauf. Es ist völlig ruhig hier und ab und zu gibt der Wald den Blick auf die entfernt liegenden Berge im Süden frei. Die Länge der Bahnen ist meistens kein Problem: Hat man den Abschlag gut gesetzt, kann man durchaus mit dem zweiten Schlag das Grün anspielen. Schmal wird es auf der 14. Wolfgang sagt: „Musst bloß links bleibe, dann kann nix passiere!“ und das ist auch gut zu schaffen. Der kleine Teich rechts ist einer der wenigen seitlichen Wasserhindernisse bisher, die kaum ins Spiel kommen. Von der 14 auf die 15 musst du in Serpentinen sehr steil und sehr sonnig zum nächsten Loch. Es ist ohnehin ein heißer Julitag, dazu noch die dünne Höhenluft. Ich bin froh über meinen e-Trolley und wundere mich nicht mehr, warum sehr Viele mit Cart fahren. 

Bergauf, bergab bis zum Schluss

Auf der 16 (bergauf, jawoll!) rät mir Wolfgang, den zweiten Schlag „links am Marterl“ vorbei zu spielen. Das Grün ist nicht einsehbar. Macht aber nix, mein Ball findet irgendwie den Weg. Zumindest in dessen Nähe. Auf der 17 dann „endlich“ – Wasser! Sie besteht praktisch nur aus Abschlag, Teich, 70 cm Vorgrün und Grün – optisch eine Augenweide. Länge 136/130 Meter. Hinter dem Grün ist ausnahmsweise einmal kein Wald, ich bin also lieber länger als kürzer und greife zum Driver, was sich bei meinen Carrydistanzen als richtig erweist. Die 18 geht dann zuerst schräg runter, dafür zum Ende hin schräg aufwärts und hängt auch deutlich nach rechts. Wir geben noch einmal Gas, überlegen sehr genau, wohin wir den Ball spielen, was gut ist, denn hinter dem Grün – foresta.

Ein Platz also, der einem einiges abfordert: außer gutem Coursemanagement auch halbwegs präzise Schläge. Ein Cart braucht man hier nicht unbedingt, aber einen e-Trolley würde ich empfehlen. Erholen kann man sich nach der Runde im ländlichen Clubhaus oder auf der Terrasse. Das Tiramisu ist jedenfalls tatsächlich himmlisch.

www.golfclubpetersberg.it

Erst um die Ecke und dann rechts halten: die 2
Par 5 bergab. In der Mitte bleiben, das Grün liegt links oben auf der 3
Null Platz hinter den Grüns: Bist du zu lang, ist der Ball im Wald verschwunden
Leider eine Sonnenreflexion im Foto. Nirgends Platz für Fehlschläge am Grün der 5.
Die 11: Dogleg, bergauf, lang
Schönes Par 3 bergab auf der 12
Teeshot ins Knie des Doglegs, der 2. Schlag geht aufs Grün. Die 13.
Gerade halten, dann „kann nix passiere“. Bahn 14
Dogleg nach rechts, eh klar, und bergab auf der 15
Die 16: mit dem Zweiten am besten knapp am Marterl rechts vorbei!
Die 17 besteht nur aus Wasser.
Blick von der 18 auf das Grün der 1
Die 18: noch einmal bergauf. Das Grün liegt hinter der Welle links…

2 Kommentare zu „Südtirol – GC Petersberg: Waldplatz mit jeder Menge Doglegs und viel frischer Höhenluft

  1. Liebe Andrea, wieder einmal ein ganz toller und packender Bericht inkl. wunderschöner Fotos. Wobei die 14 und 17 jagen mir fast ein bisschen Angst ein. Liebe Grüße Andreas

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s