Gardasee – Gardagolf Country Club: stolzer Parklandkurs mit Oliven, Zypressen und zeitweiligem Seeblick

In der Nähe von Saló, am südwestlichen Ende des Gardasees, liegt auf einer Anhöhe der Club Gardagolf. Alles hier strahlt Grandezza aus, vom pompösen Clubhaus angefangen bis zu den schlanken Zypressen am Fairwayrand. Die 3 miteinander kombinierbaren 9-Loch-Plätze sind (qualitativ) unterschiedlich – den roten sollte man unbedingt spielen. 

Es ist sehr, sehr heiß an diesem Julitag. 35 Grad im Schatten und kein Windhauch. Die Anfahrt hierher war wunderschön und führte mich durch malerische Dörfchen und Olivenhaine. Vom Parkplatz geht es in Serpentinen hinunter zum pompösen Clubhaus mit einer Terrasse, auf der locker 2.000 Menschen gleichzeitig Prosecco schlürfen können… Passend dazu die überdachte Zufahrt darunter, um das Golfequipment schattig direkt vom Pkw ins Cart befördern (lassen) zu können – ich sehe das direkt vor mir. Startzeiten bucht man online, man hatte mir die Kombination Gelb/Weiß zugeteilt. Zum Glück frage ich im Sekretariat nach, welcher denn der schönste der drei 9-Loch-Kurse sei, und erhalte prompt die Antwort: „der rote“. Die Änderung ist möglich, wenn auch mit einer Stunde Pause zwischen den Kursen Gelb und Rot, die ich aber gern in Kauf nehme.

Gelber Kurs: recht schön, aber…

An Tee 1 Gelb, das angeblich nur auf mich wartet, steht eine Gruppe fröhlicher, aber sehr ernsthafter Kinder samt Pro und bespricht die Schwierigkeiten des Par 3. Sie lassen mich freundlich durchspielen. Hätten sie die Lochstrategie nur auch mit mir besprochen. Mein Ball verhakt sich im seitlichen Wäldchen. So schmal bleibt der Platz nicht, auf den nächsten Bahnen kommen eher erschwerend immer wieder die 4 Teiche ins Spiel. Die Grüns sind erstaunlich weich und langsam. Trockene Stellen da und dort kann man den Platzpflegern hier nicht verübeln, das Gras leidet unter der Hitze. Ich auch. Die Bahnen des Parklandkurses ähneln einander sehr, lediglich die 6, ein schönes Bergab-Dogleg sticht heraus. Der Funken springt für mich noch nicht über. Der Kurs ist schön, ja, aber nicht das, was ich angesichts der Fotos auf der Website erwartet hatte.

Auf der 9 geht es noch einmal bergauf Richtung Clubhaus, die Pause dort kommt mir jetzt sehr gelegen. Die überraschend kleine Gastro-Terrasse lockt mit Schattenplätzen und einem schönen Ausblick auf eines der olivengesäumten Fairways des weißen Kurses. Dem Kellner ist es offenbar draußen zu heiß, er lässt sich sehr lange nicht blicken, auch wenn sich die Terrasse langsam füllt… Ein rascher kühler alkoholfreier Drink geht sich für mich dann doch noch knapp aus, ehe ich zum Abschlag des roten Kurses muss. Rechtzeitig losgehen!

Rot: endlich das erwartete Gardasee-Golffeeling

Aber dann. Hat man die 1 des roten Kurses einmal gefunden, spielt man das Par 4 bergauf und nach dem Putt ist der Blick zurück einfach ein Traum! Glitzernd liegt der Gardasee hinter Fahne und Grün. Die 2 dann ein Par 3, optisch wunderschön unter einer Zypressenreihe gelegen, wobei du dich lieber auf das äußerst schmale Grün hinter dem Teich konzentrieren solltest. Zu lang bleiben ist weniger das Problem, die steil aufragende Böschung bremst den Ball.

Über dieselbe Böschung stapfe ich in der sengenden Mittagssonne bergauf zum nächsten Abschlag. Viel gepflegter sind die Bahnen hier auf diesem Kurs (oder nur besser bewässert?), Olivenhaine, Weingärten und Zypressen säumen malerisch die Fairways. Die werden jetzt breiter, führen aber immer mal bergauf, oder bergab wie auf der 4. Dass man auf dem sonnenbeschienen Weg zur 5 an einigen Ferienhäusern mit verlockend türkis leuchtenden Pools vorbeigeht, nehme ich ein wenig übel. Aber dann liegt wieder der Gardasee vor mir und der Ball auf dem perfekt gepflegten Samtfairway. Spätestens am Grün unten beneide ich den Flight vor mir, der zügig im Cart fährt. Die 6 geht nämlich wieder bergauf, belohnt werde ich aber vor dem 2. Schlag mit einem himmlischen Blick: nur Blau, Grün und Zypressen – irgendwo dazwischen die Fahne auf dem Grün.

Stolzer Platz, moderater Preis

Vereinzelt stehende Olivenbäume erschweren das Spiel auf der malerischen 7, dafür ist die 8 megabreit und führt erst talwärts, dann durch eine Senke steil bergauf. Das Par 3 der 9 verläuft schließlich standesgemäß Richtung Clubhaus, eng, aber ich beende die heiße Runde mit einem erfreulichen Par. 

Gardagolf präsentiert sich stolz und ein wenig unnahbar, 85 Euro für ein Greenfee in der Hochsaison finde ich angemessen, vorausgesetzt, man hat in seiner Kombination den roten Kurs! Mehr Geld ausgeben kann man, wenn man möchte, im hervorragend sortierten Chervò-Proshop… Noch einmal würde ich den Platz an so einem heißen Hochsommertag nicht spielen – an kühleren Frühlings- oder Herbsttagen kann man ihn sicher doppelt genießen.  

www.gardagolf.it

Noch besser als Gardagolf hat mir allerdings Golf Bogliaco gefallen!

Die pompöse Riesenterrasse vor dem Clubhaus
Gelb, Tee1. Ein sehr schmales Par 3
Gelb/3 mit ansprechender Baumkulisse, das Wasserhindernis lässt sich gut einplanen
Erstaunlich weiche, relativ langsame Grüns bei dieser Hitze am gelben Kurs
Geht mehr bergab als es aussieht, die 6 Gelb
Pause zwischen Gelb und Rot mit Blick auf Weiß
Hügelan auf der 1 Rot. Das Fairway schon mal deutlich akkurater gemäht
Aaaah, endlich der Blick auf den Gardasee. Blick zurück auf dem Grün der 1 Rot
So stellt man sich Gardagolf vor: die 2 Rot, ein Par 3 steil bergab mit seehr schmalem Grün
Kein Stress beim Spielen der 4 Rot. Es geht bergab, bleibt aber breit
Dogleg mit Seeblick und Samtfairway, die 5 Rot
Schön oder? Da oben zwischen den Zypressensäulen liegt das Grün der 6 Rot
Bunkerlandschaft auf der 7 Rot
Bergab, durch die Senke, bergauf. Das Par 5 der 8 Rot
Wie es sich gehört Richtung Clubhaus: das Par 3 der 9 Rot

Ein Kommentar zu „Gardasee – Gardagolf Country Club: stolzer Parklandkurs mit Oliven, Zypressen und zeitweiligem Seeblick

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