Winter-Träume – Costa Navarino: zwei Plätze, Oliven und ein Ouzo am Strand

Mal ehrlich – Griechenland ist jetzt nicht der erste Gedanke, wenn man im Winter überlegt, wo man im Frühjahr zum Golfen hinfliegen könnte. Ich zum Beispiel hatte von Costa Navarino zwar gehört, es aber erst einmal in Spanien vermutet. Doch weit gefehlt: Das Resort liegt etwa eine halbe Autostunde entfernt vom Flughafen Kalamata am West-Peloponnes. (Wenn du Glück hast und die Saison passt, wird der Flughafen auch angeflogen. Sonst muss man über Athen fliegen und dann drei – sehr reizvolle! – Stunden Transfer in Kauf nehmen.)

Gewohnt wird in Costa Navarino im Riesen-Hotel der Westin-Gruppe. So groß wie eine griechische Kleinstadt und ich vermute, nur in der Nebensaison wirklich erträglich. Aber genau dann sind wir GolferInnen ja vor Ort und mögen das Hotel sehr, weil wir zu Fuß zum Clubhaus gehen können (wo nächtens unser kostbares Golfgepäck gelagert wird). Dort kann man Greenfee bezahlen, wunderbar shoppen oder aber im Restaurant famos Gegrilltes essen und über die Fairways des Dunes Course schauen. Die Shuttles zum Bay Course starten ebenfalls hier. Wer mag, kann hier auch ein wohlfeiles Schlägerset ausleihen. Meines kam originalverpackt gerade vom Schiff…

Langer-Design am Dunes: Gibt’s auch was ohne Bunker?

Du nimmst also deine Schläger, gehst einmal links um die Ecke und stehst an Tee 1 von The Dunes Course. Immer wieder bietet sich ab da ein herrlicher Blick über das Ionische Meer oder die Berge. Besser beraten ist man aber, wenn man sich auf die Fairways konzentriert. Platzdesigner Bernhard Langer assoziierte beim Bau vor über acht Jahren hier offenbar die „Lage am Meer“ mit „Sand“. Entsprechend viele Bunker machen dir heute das Leben schwer. Der Platz, man muss es sagen, ist eine Herausforderung, das fanden auch die sehr guten Flightpartner. Belohnt wird, wer weit, aber präzise zu spielen imstande ist (Aber ist das nicht eh immer so…?) und wer Freude an einem Top-Platz in typisch griechischer Landschaft hat.

Bay Course: aufteen direkt neben dem Meer

Entlang der hübschen Küste geht es anderntags mit dem Shuttle zum Bay Course, wo man dir erst mal ein Cart aushändigt. Spielbeschleunigend erfahren wir, lange Wege, bergaufbergab, knapp aufeinanderfolgende Startzeiten etc. etc. Beeindruckend sind dann vor allem jene Bahnen, auf denen du direkt auf Meeres-Niveau spielst, die salzige Luft riechst, den Olivenbäumen ausweichst und den Wind von rechts hoffentlich einberechnet hast. Später geht es durch die graue Heide, knallgelb blühenden Ginster und über wunderbar gepflegte, grüne Fairways. Du spielst tatsächlich oft bergauf oder bergab, der Platz ist abwechslungsreich und deutlich einfacher als The Dunes. Naja. Etwas einfacher.

Bloß nicht im Hotel essen: Ouzo am Sandstrand

Im Hotel wohnen, macht Sinn, aber das internationale 0815-Dinner im Restaurant kannst du dir sparen. Mit dem Taxi geht es ein paar Kilometer ins Landesinnere oder aber zum Navarino Beach. Direkt neben dem Sandstrand liegt eine hübsche Taverne neben der anderen, in der du dir einmal die besten griechischen Vorspeisen (die berühmten Kalamata-Oliven!!) auf den Tisch stellen lässt, ehe du überlegst, welchen Fisch man dir heute grillen soll. Über die Spielstrategie für den nächsten Tag (oder ob man mit den eigenen Schlägern nicht vielleicht doch besser…) lässt sich danach bei Sonnenuntergang und einem Gläschen Ouzo trefflich streiten.

Olazàbal folgt Langer

EIN Masters-Champion als Platzdesigner ist den Griechen nicht genug, und Hotelkapazitäten außerhalb der Sommersaison wollen wohl ausgelastet werden. So liest man, dass sich die Resort-Betreiber José Maria Olazàbal an Bord geholt haben, nach dessen Design hier bis 2021 zwei weitere Plätze entstehen sollen. Ich glaube, die werde ich mir ansehen.

http://www.costanavarino.com

The Dunes Course

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