Nicht weit entfernt vom Südufer des Starnberger Sees liegt in hügeliger Voralpenlandschaft der Golfclub St. Eurach. Mitten im Wald, eher naturbelassen, mit vielen Höhenunterschieden, dafür nur wenigen, natürlichen Wasserhindernissen.
Es ist wieder die in diesem Sommer übliche Hitze, jetzt angereichert um die Feuchtigkeit des vergangenen Regentages. Mit zu erwartenden Höhenunterschieden eine Kombination, die mich ein Cart buchen lässt. Das bekomme ich gratis, weil die Abschläge und Grüns noch nicht ganz fertig aerifiziert sind.
Waldschneisen
Wow! an Tee 1: unter mir ein Par 4, vor mir das Alpenpanorama. Ich stehe allein da, die Drei, zu denen ich mich dazu gebucht habe, erscheinen nicht. Es folgt ein braves Par 3 , bei dem der Teich rechts nicht ins Spiel kommt und dann gleich die schwierigste Bahn von St. Eurach, das Par 4 der 3, die genau vor dem Grün von einem kleinen Bach gequert wird, der mich zum Vorlegen zwingt. Nur scheinbar breit startet die 4, die nach einer Waldschneise vom Tee nach links abbiegt und auf einem erhöhten Grün endet. Von der angekündigten Aerifizierung keine Spur, die Grüns könnten aber allesamt schneller sein. Langsam sind auch die Gruppen vor mir und am Abschlag der 5 stoße ich auf drei Münchner:innen, die mich freundlich zum Mitspielen auffordern. Und siehe da: Es sind jene Drei, die mit mir auf der Startliste standen. Der Ballautomat auf der Range sei leer gewesen und so sei man früher gestartet.
Ich vergesse angesichts der unerwarteten Mitspieler:innen auf den nächsten Bahnen auf Fotos, weil ich mich besonders auf mein Spiel konzentriere. Erst auf der 7, die erst breit bergab führt und dann schmal auf einem Teichgrün endet, bin ich wieder im Dokumentations-Flow. Die 8 schnurgerade, aber der seitliche Wald ist verlockend auf dem Par 3, die 9 schließlich im Bogen erst nach rechts und dann hügelan. Ihr Grün liegt hoch oben vor dem dreigiebeligen Clubhaus, und (nicht nur) ich nehme einen Schläger zu wenig.
Blinde Schläge und viel Auf und Ab
Die 10 liegt parallel zur 1 und führt dementsprechend wieder bergab, um dann im Bogen nach links oben zu ziehen. Mit einem blinden Teeshot beginnt die 11, der angesichts der Breite der Bahn kein Mirakel ist. Wir spielen an einem malerischen Gutshof samt Pferdekoppel vorbei. Auf der Wiese neben dem Fairway würde ab und zu der Heli landen, erzählt man mir bedeutungsvoll, das sei das Haus des Besitzers, Familie Krupp, man wisse ja. Ich brauche ohnehin Nerven wie Stahl, weil das Grün klein und schmal zwischen sehr viel Holz liegt. Es folgen ein langes, aber artiges Par 3 und die wunderschöne 13 von oben herab, dann die 14 etwas steiler bergauf. Ständiger Begleiter: Wald, rechts und links. Wie schön das breite Fairway auf der 15 dann, allerdings muss der Abschlag blind über eine Kuppe, ehe es irgendwie nach links weitergeht.
Meine gehenden Mitspieler schnaufen bisweilen ordentlich; die Schwüle der Luft und das Gelände zerren an der Kondition. Ich hingegen federe leichthändig meinen Ball hinauf auf die 16, die in der Mitte irgendwie knickt und dann noch weiter hinauf zum Grün führt. Der Blick!!! Mein bayerischer Flightpartner erklärt mir die Berge, der Zackige dort, das sei die Zugspitze. Pech habe ich auf dem steil bergab liegenden Par 3 der 17: jawoll, rechts gehalten, eher kürzer gespielt, der Ball würde dann schon aufs Grün rollen. Meiner entscheidet sich hingegen für einen nicht aufzuhaltenden Roll in den Bunker links. Nach einem schattigen Weg durch den Wald führt die 18 eher steil im Bogen nach oben, in der Mitte des Par 5 ein boshafter Hügel, blinder Schlag, wo genau ist das Grün? Vor dem Clubhaus natürlich, wo sonst. Dort gibt es übrigens, typisch bayerisch, ein Restaurant mit feiner Asia-Küche 😉
Mein persönliches Fazit
Landschaftlich sehr schön gelegener Platz mit sehr vielen Höhenunterschieden, naturbelassen, und fast immer mitten im Wald. Feines, asiatisches Clubrestaurant, generell äußerst gastfreundliche Anlage. Mein 256. Logoball ist als bisher einziger gratis: „Nehmen Sie ihn mit als Erinnerung an unseren schönen Platz!“
Insgesamt habe ich auf meiner Tour durch Bayern 6 Plätze gespielt: Das Achental ist schon im Blog, und demnächst liest du hier über Feldafing, Bergkramerhof, Tutzing und Tegernsee-Wiessee!














Ein Kommentar zu „Bayern 2 – St. Eurach Land- und Golf Club: welliger Waldplatz mit Karwendel- und Zugspitzenblick“