Am Ostufer des Starnberger Sees liegt auf einem Hochplateau der GC Bergkramerhof mit Blick auf die Alpen. Auf den ersten Blick spürt man hier Weite und vermutet breite Fairways. Auf den zweiten Blick sorgen Bunker und Botanik dafür, dass die golferischen Bäume nicht in den Himmel wachsen.
Tiefe Wolken hängen über dem Starnberger See, der langersehnte Regen kommt wohl genau dann, wenn wir golfen wollen. Die Stimmung ist düster, allerdings nur am Himmel und leider auch auf den Fotos. Unsere Gruppe hingegen begibt sich gut gelaunt an der Range vorbei zum 1. Abschlag, was ein ganzes Weilchen dauert. Rechtzeitig losgehen!
Rotbuchen und anderes Grünzeug
An der 1 sind wir nach der Enge in Feldafing gestern sogleich von der Weite des Geländes angetan. Wie wir uns doch irren sollen! Ja, der Kurs Bergkramerhof ist großteils breiter – strategisch gut platzierte Bunker und einzeln stehende Bäume sorgen aber dafür, dass die Bahnen ordentlich tailliert sind. Sehr schön designed das Par 5 der 2, erst sanft hügelan, am Ende weißleuchtende Bunker seitlich und vor dem Grün. Es folgt ein gut verteidigtes Par-3-Grün, ehe die 4 erst einmal nach links um die Ecke biegt, um dann auf einem erhöht liegenden Grün zu enden. Wunderschön anzusehen eine mächtige Rotbuche auf der 5, die allerdings mittig in der Landezone des Teeshots liegt oder zumindest das Weiterspielen erschweren kann. Links spielen ist keine gute Idee, da ist Wasser, rechts vorbei auch eher schmal. Die 6 ein optisch allerliebstes Par 3, sein Grün tief unter uns, schmal und noch dazu querliegend. Besonders schön finde ich die 9, deren Fairway erst stark nach links hängt, um dann im Bogen nach rechts um das Clubhaus herumzuführen. Kommt sehr darauf an, wo man den Ball platziert – das Par 5 hat jedenfalls zu Recht Hcp 1, sind wir uns nach dem letzten Putt einig.
Blinde Schläge, Doglegs und absolute Stille
Leicht abwärts verläuft die 10, biegt als Dogleg nach links, um dann zum Grün hin anzusteigen. Von dort lohnt der Blick auf das Alpenpanorama, der heute nur verschleiert daherkommt. Nach einem langen Par 3 erwartet uns mit Hcp 2 die nächste Herausforderung auf der 12, bei der man vom Abschlag aus schon das Grün in der Ferne sieht. Allerdings auch den beschwerlichen Weg dorthin. Hat man den gemeistert, steht die Fahne hoch oben auf dem Hügel. Durch den Wald führt ein ziemlich langer Weg zu einem außergewöhnlich schönen Par 3: sein Grün 136/123 Meter unter uns, umrahmt von Wald und weißem Sand, stark nach rechts hängend. Am Abschlag der 14 schlüpfen wir erst einmal in unsere Regensachen und spannen die Schirme auf. Es ist wunderbar still. Selbst wir schweigen, konzentrieren uns, denn der Teeshot ist blind Richtung Waldschneise, das Fairway hängt nach links, das Grün überschlagen wird teuer, weil Abgrund. Die 15 startet als Dogleg nach rechts, und das Par 4 endet wenig später auf einem Grün mit seitlichem Teich links. Auch an den Abschlägen der 16 und 17 sehen wir nix – nicht, weil uns der stärker werdende Regen die Sicht nimmt, sondern weil das Gelände blinde Teeshots von uns verlangt. Die 17 hängt von Anfang an nach links, was ab der Mitte nicht besser wird. Über rechts spielen ist schwierig, weil Laubbäume im Weg stehen. Auf der 18 dann Wasser nicht nur von oben, sondern auch vor bzw. neben uns. Longhitter queren mit dem 2. Schlag den Teich, unsereins spielt rechts drumherum und kommt immerhin mit einem Bogey an.
Das Clubrestaurant nach der Runde lasse ich aus, fahre lieber ins Hotel, um meine Sachen zu trocknen. An einem sonnigen Tag muss der Blick von der Terrasse auf die Berge wunderschön sein!
Mein ganz persönliches Fazit
Sehr gepflegter Par-72-Kurs, spannend, abwechslungsreich, aber fair zu spielen und auch für hohe Handicaps nicht frustrierend. Schon der eine oder andere Höhenunterschied zu bewältigen! Absolut ruhige Lage. Die düsteren Regentag-Fotos werden der Optik des Kurses nicht gerecht leider. Winziger Pro Shop, aber nettes Clubrestaurant mit Alpenblickterrasse.
Insgesamt habe ich auf meiner Tour durch Bayern 6 Plätze gespielt: schon im Blog Das Achental und St. Eurach und Feldafing, demnächst hier Tutzing und Tegernsee-Wiessee!

















3 Kommentare zu „Bayern 4 – Golfclub Bergkramerhof: gepflegter Oberbayer mit Allüren“