Piemont – Golfclub Villa Carolina: charmante 36 Loch in den Hügeln der Region Gavi

Im Südosten des Piemont, nahe der Weißwein-Region rund um Gavi, liegen die beiden 18-Loch-Plätze des GC Villa Carolina. Man spielt sanfthügelig zwischen Obstbäumen, stolzen Pappeln und knorrigen Olivenbäumen – und im Clubhaus sogar Bridge, falls man das kann.

Auf staubigen und im Piemont üblichen holprigen Landstraßen nähere ich mich von Norden her dem Platz. Noch ist die Gegend eben, ehe die Hügel der Weinbauregion Gavi beginnen – optisch bis jetzt keine Offenbarung. Und dann wird es schlagartig schön: Ein gutes Par 5 lang führt die schnurgerade Allee zum Resort. Appartmenthäuser säumen Straße und Platz, hier kann man also auch wohnen und hat die Auswahl zwischen zwei Kursen: Dem etwa 30 Jahre alten La Marchesa und dem neueren Paradiso, beide Par 72. Es ist schon jetzt Ende Mai mörderisch heiß, und so habe ich mich für La Marchesa entschieden, auf dem mich weniger große Höhenunterschiede (und weniger Wasserhindernisse) erwarten.

Vor dem altehrwürdigen, dunkelrot gefärbelten Clubhaus nimmt mir der Caddymaster das Bag ab, und im Sekretariat werde ich freundlich begrüßt, obwohl ziemlich viel los ist an diesem Wochentag. Am Putting Green übt fröhlich eine Schar Kinder unter Pro-Bewachung, im Proshop ist die Hölle los und an der Halfway, die auf dem Weg zu Tee 1 und 10 und neben den Übungsanlagen liegt, werden in lebhaftem Italienisch ganz offensichtlich spannende Runden besprochen. Was für eine Atmosphäre! Italien pur.

Breite Bahnen, Pappeln und wenig Wasser

La Marchesa beginnt nicht allzu schwierig mit einem breiten Par 4, und so bleiben die meisten Bahnen auch. Hohe Pappeln säumen die kurzgemähten welligen Fairways, stehen für meine Schlagweiten aber immer weit genug weg. Die Bahnen schlängeln sich durch sanftes Hügelland, großartige Steigungen sind hier nicht zu bewältigen. Wasser kommt erst am sehr schönen Par 5 der 8 ins Spiel und später auf der 10, einem geradezu malerisch angelegten, aber herausfordernden Dogleg. Damit beginnt auch der „Amen Corner“ von La Marchesa: bis zur 12 knifflige Bahnen, an die der Wald deutlich näher herangerückt ist. Sehr gepflegt ist der Platz jetzt Ende Mai und besonders gut sind die sehr schnellen Grüns. Optisch bietet Villa Carolina alles, was das Piemont kann. Immer wieder den Blick auf Weingärten, kleine Steinvillen oder größere Weingüter, ab und zu auch ein wenig ins Land. Nicht einfach zu spielen sind die allesamt sehr langen Par 3 und auf den breiten Fairways haben die US-Platzarchitekten zuweilen ausgiebige Bunkerlandschaften situiert, die sich optisch aber sehr gut machen.

Ich schaffe es bis zum Schluss, mich in den beiden ineinander verschlungenen Kursen nicht zu verheddern. Die französischen Flightpartner sind da auch keine große Hilfe. Überhaupt sind sie schweigsam und spielen verbissen, ach, was hätte ich mir die fröhlichen Italiener von der Halfway gewünscht! Wir spielen also konzentriert auch noch die letzten Bahnen leicht hügelan zurück zum Clubhaus. Dort, im 1. Stock, wähnt man sich eher in England denn im Piemont, so traditionell ist die Einrichtung. Neben der modernen Bar gibt es zwei Räume fürs Clubleben, Bridge-Tische inklusive. Unbedingt hineinschauen!

Mein persönliches Fazit

Am Kurs La Marchesa werden alle Freude haben, die breite Bahnen und wenig Wasser in sehr schöner, landestypischer Umgebung schätzen. Wochentags spielen, da kostet das Greenfee nur unglaubliche 40 Euro (80 am Wochenende). Sehr nettes Clubhaus mit englischem Charme, gut sortierter Proshop mit italienischer Markenware und einer großen Auswahl an Golfbags.

www.golfclubvillacarolina.com

Mehr Lust auf Piemont? Ich habe auch die beiden Plätze des GC Margara gespielt und den 9-Loch-Platz La Serra und auch Royal Park I Roveri nahe Turin

Piemontesische Zufahrt
Sehr pappel-lastig: Bahn 1
Wirklich sehr breit, die 4, aber das zweitschwerste Loch
189/177 m: Par 3
Augen-Weide ehe die Bunker ins Spiel kommen
Mehr Piemont-Feeling geht nicht
Das 1. Mal Wasser auf der 8
Par-5-Dogleg über die Brücke auf der 10
Ball eher auf das Grün rollen lassen – die sind sehr schnell!
Im Amen Corner, die 11, das schwerste Loch
2x Bunkerlandschaften auf der 14
Halfway mit Clubhaus im Hintergrund
im 1. Stock

3 Kommentare zu „Piemont – Golfclub Villa Carolina: charmante 36 Loch in den Hügeln der Region Gavi

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