Mallorca – Son Muntaner: wie mich (fehlendes) Bermudagras auf die Palme brachte

Son Vida und Son Quint hatten mir einst sehr gut gefallen, also erwartete ich mir heuer vom dritten Arabellagolf-Platz Son Muntaner einiges. Der schlechte Platzzustand im Februar verdarb mir allerdings die Laune am Spiel.

Ein paar Autominuten nördlich von Palma scharen sich rund um das Arabella Sheraton die drei Plätze der gleichnamigen Gruppe: Son Vida, Son Quint und Son Muntaner. „Son“ bezeichnet übrigens eine große landwirtschaftliche Fläche und kommt bei vielen Plätzen auf der Insel vor. Nun, Äcker gibt es hier keine mehr, angebaut wird hier jetzt Bermudagras, das im Winter eine Ruhephase hat. Nur die Abschläge und Greens schimmern grün aus aus der jetzt braunen Umgebung. Ich freue mich auf den zu erwartenden langen Roll auf den wahrscheinlich raspelkurzen, harten Fairways und starte frohgemut.

Die 1, ein nettes Par 4 zum Einsteigen mit einem Herzbunker vor dem Grün, den ich geflissentlich auslasse. Die nächsten Bahnen sind breit und ohne gröbere Schwierigkeiten zu meistern, würde nicht der Rasen unter mir immer mehr verschwinden. Entweder spiele ich von nasser Erde oder von trockener. Besserlegen ist eine schwierige Option – dazu muss ich meterweit gehen. Die Grüns schauen optisch gut aus, sind aber völlig uneinheitlich, was Spurtreue und Roll betrifft. Wirklich gut in Schuss sind die Bunker mit Sand wie roher Mürbteig, aus dem sich sehr gut spielen lässt.

Ein Springbrunnen allein hilft auch nicht

Vielleicht werde ich durch den schlechten Zustand der Fairways missmutig, so rechte Freude kommt auf der schönen 6 auch nicht auf, weil der Boden dort nahe am Morast ist. Nett das Par 3 der 7 steil bergab, ab dann geht es wieder leicht bergauf. Highlight auf der erdigbraunen Bahn der 9 Richtung Clubhaus ein Olivenbäumchen knapp vor dem Grün.

Die nächsten Bahnen sind mir nicht sonderlich in Erinnerung geblieben. Wenigstens optisch nett das Par 4 der 14 Richtung Grün neben einem  Teich mit Springbrunnen, der aber auch nicht wirklich Laune macht. Das Fairway ist aufgerissen, besteht nur aus Erdbüscheln. Die 15 wäre interessant, ein Par 5 mit welligem Fairway, was ich an sich sehr mag. Ich spiele jetzt aber praktisch nur mehr vom Erdboden und treffe die Bälle einfach schlecht. (Stellt euch vor, ihr spielt permanent in Belek aus dem Pinienwald oder in Enzesfeld vom Boden unter den Fichten. Seht ihr.)

Ich erspare euch meine grantigen Kommentare zum Rest des Platzes, der mit zwei sehr schönen Bahnen endet. Hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet, hätte ich wieder am benachbarten Son Vida gespielt: Der Platz leuchtet mir grün entgegen und die beiden Fairways vor dem Sheraton sehen aus wie Teppiche (letztes Foto), als ich nach meiner Runde dort rasch vorbeifahre.

Mein persönliches Fazit

Es tut mir Leid, aber als ich dort war, präsentierte sich Son Muntaner in denkbar schlechtem Zustand. Was nicht am Umstand liegt, dass hier Bermudagras gepflanzt wurde, sondern am Zustand der Fairways. Das hätte man auf der Website zumindest kommunizieren müssen und eine Reduktion des Greenfees (93 Euro) wäre angebracht gewesen. Wahrscheinlich können sich dank der intensiven Pflegemaßen Golfer:innen aber schon in ein paar Wochen über einen perfekten Platz freuen. Immer da: das sehr schöne Clubhaus auf mehreren Etagen und ein wirklich toller Proshop mit sehr großem Sortiment. Cart braucht man hier keines. Greenfee in der Hauptsaison 93/147/154 je nach Tageszeit.

Reaktion

Meine Kritik zum Platzzustand machte auf Facebook bei Dario Tunno Reiseberatung die Runde und wenige Tage später kam folgendes Statement der Direktion, das ich hier auszugsweise wiedergebe:

Es entspricht den Tatsachen, dass das Aussehen der Golfbahnen vielleicht aktuell nicht das Beste ist, dies ist Fakt, obwohl der Platz sich aktuell völlig normal bespielen lässt. … Son Muntaner ist ein Golfplatz welcher vollständig mit Bermuda Gras (Gras der warmen Jahreszeit) bepflanzt ist, welches in der Wintersaison in einen Zustand der „Ruhephase“ eintritt. Das heißt, nach ein paar Tagen niedriger Temperaturen hört das Gras auf zu wachsen, schützt sich selbst und ändert die Farbe und bleibt braun / gelb. 

Um den Golfplatz das ganze Jahr über grün zu halten, werden im Spätherbst in der Regel Nachpflanzungsarbeiten durchgeführt. Diese bestehen aus der Aussaat mit Wintergras, Weidegras (Gras der kühlen Jahreszeit), den Abschlägen und Fairways. So haben wir es geschafft, dass diese Grünflächen und das braune Rough einen interessanten Kontrast bilden (obwohl es nicht jedem gefällt). Tatsächlich sehen Sie auf einigen Fotos die Linien in den Fairways, in denen es neu gepflanzt wurde. Im vergangenen Jahr, aufgrund der Regenfälle des Monats November (hier regnete es 21 Tage in Folge, ein Rekord in der Geschichte Mallorcas) und auch aufgrund der Organisation des wichtigsten Amateurturniers auf den Balearen, des Balearenpokals – gültig für die Weltrangliste -, erfolgte die Nachsaat erst kurz vor Weihnachten. Dieser Faktor der verzögerten Wiederbepflanzung, zusammen mit den eiskalten Tagen, die wir im Januar hatten, und den spärlichen Regenfällen, hat das optische Aussehen vom Golfplatz Son Muntaner nicht zum besten gemacht. Der Golfplatz wird aber schnell sein gewohntes Aussehen wiedererlangen und wird in sehr guten Bedingungen in die Hochsaison starten. Dessen sind wir uns sicher.“

www.arabellagolf.com

Lust auf mehr Mallorca? Diese Plätze habe ich ebenfalls gespielt: Santa Ponsa I, Bendinat, Son Gual, Son Muntaner und Andratx

Herzbunker als Einstieg auf der 1
Eines der wenigen grünen Fairways auf der 2 (Par 5)
Auf dem gesamten Platz top: die Bunker
Bergauf: das Par 3 der 5
Schöne Bahn, die 6, aber leider ist das erdige Fairway auch noch klatschnass
Bergab-Par 3 – die 7
Erdiges Fairway der 9 Richtung Clubhaus. Das Bäumchen vor dem Grün ist wenigstens originell
Bahn 12.
Wenigstens nett anzusehen, die 14
Welliges auf der 15 (Par 5)
Am Par 5 der 16
Abschlag von oben und das Fairway hängt ziemlich nach rechts (Bahn 17)
Bahn 18, schön designtes Par 4
Blick von der Terrasse auf den Abschlag der 10
Nur 1 km entfernt: Son Vida

5 Kommentare zu „Mallorca – Son Muntaner: wie mich (fehlendes) Bermudagras auf die Palme brachte

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s