Region Huelva – Islantilla Golf Resort: 27 schmale Bahnen in hügeligem Gelände mit ein bisschen Meerblick als Belohnung

Oberhalb der Hotel- und Appartmentstadt Islantilla liegt das gleichnamige Golfresort mit 3 untereinander kombinierbaren 9-Loch-Kursen. Unmengen von optisch attraktiven Pinien und Palmen machen die Bahnen eng und uns Golfenden das Leben nicht gerade leicht, außerdem sollte man Bergauf- und Bergabspielen mögen. Dafür gibt es Meerblick dann und wann. 

Nur 10 Grad hat es an diesem Novembermorgen in Andalusien und ich habe die Mütze über die Ohren gezogen. Praktischerweise schlendere ich vom Hotel nur über den Parkplatz ins pompöse Clubhaus und hole mir erst mal die Scorekarte für die Kombination Blau/Gelb, denn ich hatte mir „Meerblick“ gewünscht. Den Trolley gibt es beim Caddiemaster ein Stockwerk tiefer, einem gut gelaunten freundlichen Kerl, der übrigens mal in Zürs gearbeitet hat, wie er mir erzählt. Gäste aus Österreich sind (auch hier) Exoten – die meisten kommen aus Schweden.

Kurs BLAU/Azul: der spektakulärste Kurs mit schmalen Bahnen, Wasser, Doglegs und Höhenunterschieden

Ich starte mit einem Paar aus Holland auf der 1. Joy und Charles verbringen hier in der Pension mehrere Wintermonate, was ich mir in dieser Gegend so gar nicht vorstellen kann. Aber sie golfen fast jeden Tag und natürlich das Wetter hier… Prompt scheint an Tee 1 die Sonne. Keine Zeit für weitere Infos – BLAU beginnt schmal, führt um die Ecke und dann bergauf. Eine Bahnbeschreibung, die sich heute noch öfter wiederholen soll. Wir schmunzeln am nächsten Tee noch ehe wir das Par 3 in Augenschein genommen haben: Eine Tafel rät uns freundlich, ruhig zu bleiben, es gäbe ja schließlich eine Dropping Zone. Der große Teich mit dem Grün gleich dahinter soll das größte Wasserhindernis heute bleiben und ist mit dem richtigen Schläger erstaunlicher Weise heute für mich kein Problem. Ich ziehe zufrieden mit einem Par von dannen.

Die nächsten Bahnen verlaufen immer zwischen Reihen von engstehenden Pinien, hängen zum Teil seitlich wie die 3 (siehe Titelfoto) oder haben tiefe Gräben ausgerechnet in meinen Landezonen wie das Par 5 der 4. Äußerst knifflig ist die schwierigste Bahn des Kurses, Nummer 5, ein Dogleg-Par 4 bergauf. Der Abschlag ist prima – dann aber stehen drei Pinien quer über das Fairway. Bergab wiederum die 6, bei der man sich tunlichst nicht rechts im Graben verheddern soll. Das Grün hinter dem Wasser ist äußerst schmal und wird besser von links angespielt.

Am Tee der 7 steht eine schöne alte Olive im Weg, ehe man ordentlich Carry über einen tiefen Graben braucht. Nach einem erholsamen Par 3 dann der optisch hübsche Abschlag zur 9, bei dem man von Gelb Nerven behalten sollte, was meinem Holländer nicht ganz gelingt. Dafür tolles Up and Down für ihn, was ich für mich nicht behaupten kann. 

Durch den Pinienwald geht es am Hotel vorbei zurück zum Clubhaus und dort direkt zu Tee 10 unterhalb der Terrasse. Es ist sonnig und warm mittlerweile und ein wenig bringen mich die launigen Kommentare der Terrassengäste auch ins Schwitzen.

Kurs GELB/Amarillo: gute Strategie vonnöten, dafür zeitweiliger  Meerblick

Für die 10 sollte man entweder ein Birdiebook studiert oder die Bahn schon einmal gespielt haben. Nichts davon trifft auf uns zu und so liegen wir nach dem 3. Schlag direkt vor einer hohen, querenden Baumreihe. Das winzige Grün zwar nicht weit weg, aber auch nicht leicht erreichbar: tief unten, hinter einem kleinen Bach. Endlich Meerblick dafür dann auf dem Abschlag der 11, auf der wir alle zu kurz bleiben. Wirklich schwierig das Par 5 der 12, bergauf, extreme Schräglage, Dogleg, nicht einsehbares erhöhtes Grün. Auf der 14 spielt man praktisch „am Meer entlang“, sollte sich aber rechts halten: der Blick auf den Atlantik wird durch eine Wüste an Hotelbauten massiv getrübt. Schön ist hingegen, wie gepflegt die Kurse sind. Die Grüns nicht allzu flott, aber für uns gerade deshalb gut zu spielen, die Böden trocken und kurzgemäht, was die Bälle schön lang ausrollen lässt. Manchmal halt auch in die falsche Richtung, Stichwort: Hanglage. Meine Lieblingsbahn wird die 17: Abschlag durch eine Schneise, Dogleg, dann relativ steil bergab zum Wasser und dahinter das Grün. Auch hier tut man sich beim 2. Mal leichter… Die 18 spiele ich dann dermaßen konfus, dass ich aufs Fotografieren vergesse und auch sämtliche Erinnerungen daran verdrängt habe. 

Kurs GRÜN/Verde: der Waldkurs für jene, die es natürlicher wollen

Wie angenehm, dass der grüne Kurs, der hinter dem Hotel im Pinienwald beginnt und endet, der „leichteste“ sein wird. Ich spiele ihn drei Tage später mit einem schweigsamen, schwedischen Paar als Teil 2 der Kombination Gelb/Grün (Ich hatte mir auf Gelb viel vorgenommen, vor allem, die Fehler der ersten Runde nicht mehr zu machen. Das gelingt mir auch. Ich mache andere…). Loch 19 verläuft also eben und gerade, ein paar Bunker vor dem Grün, das war’s. Lange nicht so penibel gepflegt ist der grüne Kurs, das fällt sofort auf. Offenbar wird auch nicht so viel gewässert und die braunen Stellen der Sommerdürre zeigen sich immer wieder. Die 21, ein Par 5, läuft bergab und spielt sich deshalb deutlich kürzer, aber auch auf diesem Kurs stehen Pinien auf den Fairways herum und machen den Schlag auf das höherliegende Grün schwierig. Die 22 bergab, die 23 bergauf – schmal bleiben die Bahnen immer. Das nächste Dogleg gibt es dann wieder auf der 25, die sehr schön auf einem erhöhten, bunkerbewehrten Grün endet. Die beiden letzten Bahnen sind nicht einfach zu spielen, die 27 ist sogar das zweitschwierigste Loch, machen aber optisch wenig her. 

Mein persönliches Fazit

Sehr schön gepflegtes Resort mit großen Höhenunterschieden und Blick auf den Atlantik. Ich empfehle vor allem die Kombination Blau/Gelb und ein Cart, falls man konditionell nicht gut drauf ist. Gut sortierter Proshop. Nach der Runde unbedingt ein Glas Weißwein bestellen und den Blick von der Clubhaus-Terrasse auf die 10 genießen. Vis-à-vis vom Clubhaus liegt das Hotel Double Tree, in dem ich genächtigt habe. Ist ganz ok, was Preis/Leistung betrifft und natürlich praktisch gelegen. 

www.islantillagolfresort.com

In der Gegend um Huelva habe ich auch Nuevo Portil, Bellavista und die

Sehr zu empfehlen sind in dieser Gegend auch die beiden Plätze El Rompido NORD und El Rompido SÜD Gespielt habe ich außerdem Bellavista und Nuevo Portil.

Wolkiger Morgen über dem pompösen Clubhaus, aber die Wolken verziehen sich!
Bahn 1 BLAU links – Bahn 10 GELB rechts
Bahn 2, ein kühnes Par 3, das einzige übers Wasser
Keep calm! Oder nimm besser einen Schläger länger
Bahn 4. Schwierige Strategie für das Par 5. In der Senke zu landen, empfiehlt sich eher nicht
Wunderbarer Abschlag auf der 5 ins Knie des Doglegs – und dann das… Das schwierigste Loch am Platz (Par 4)
Blick zurück im Zorn auf der 6. Unzählige Möglichkeiten, sich dort links zu verheddern (Par 4)
Riesengraben für den zweiten Schlag auf der 7 (Par 5)
Schön oder? Am Tee der 9 (Par 4 bergauf)
Der Sonne entgegen auf der 10 (jetzt Kurs GELB). Die Tücken liegen am Ende. Die querende Baumreihe versperrt den Schlag aufs Grün (Par 5)
Kurzes Par 3, die 11. Leider bleibt man hier oft ZU kurz
Die schwierigste gelbe Bahn: Par 5 mit schmalem Abschlag, stark nach links hängendem Hang, Krümmung bergauf und kleinem Grün
Par 3 mit Meerblick, die 13
Wunderschön: am Tee der 17 (Par 4)
… bergab auf das Grün
Macht auch vom Platz aus gute Figur: das Clubhaus
Bahn 19, jetzt GRÜNER Platz. Seitliche Pinien.
Bahn 20, Par 3. Macht optisch weniger her, die Bunker sind echt fies.
Bergab geht es auf dem Par 5 der 21, was es kürzer macht. Die Bäume vor dem Grün allerdings wiederum…
Kurz und knackig bergab und die leichteste Bahn überhaupt, das Par 4 der 22
Schmal bergauf, das Par 4 der 23
So schön endet die 25, vorausgesetzt, der Abschlag landet hier im Knie des Doglegs (Par 4)
Charakteristisch für den grünen Kurs: das Par 5 der 26
… und ganz ähnlich das Par 4 der 27, aber Vorsicht: Hcp 2

4 Kommentare zu „Region Huelva – Islantilla Golf Resort: 27 schmale Bahnen in hügeligem Gelände mit ein bisschen Meerblick als Belohnung

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