Tiger gegen Phil: 2 Legenden, 9 Millionen Dollar und doch – a fade Partie

Ich hatte SKY zähneknirschend zusätzliche 10 Euro bezahlt, damit sie mir den Kanal freischalten. Ich wollte „The Match“ sehen, Tiger Woods gegen Phil Mickelson. Das Spiel zweier Rivalen, die ich in ihrer besten Zeit nicht live erlebt habe. Golf war damals für mich kein Thema. Ich habe Woods‘ Siegeszüge nicht wirklich mitgekiegt, auch nicht die Duelle damals, mit Mickelson, dem ewigen Zweiten. Klar, Phil verfolge ich jetzt schon länger, den mag ich, auch wenn er in letzter Zeit eher durch kreative Regelauslegungen auffiel, denn durch herausragende Scores. Tigers Comeback heuer hat mich beeindruckt, nona, auch wenn ich den Hype um ihn nicht ganz nachvollziehen kann.

Ich erwartete also einen nervenzerfetzenden Kampf der Giganten, vielleicht auch das augenzwinkernde Duell zweier in die Jahre gekommener Legenden – und bekam eine durchschnittliche Golfrunde geboten. Es ging um – woooow 9! Millionen! Dollar! Preisgeld!, wie die amerikanischen Kommentatoren und kommentierenden Ex-Spieler nicht müde wurden, immer wieder zu betonen. Spannend wurde es erst, als es finster war.

Smalltalk am Fairway

Was man sah: recht gutes Golf, aber kein herausragendes. Phil dominiert weite Strecken, verschiebt aber zu viele Putts und nutzt seine Chancen nicht wirklich. Tiger drischt seine Abschläge zu oft ins Gebüsch, schaut beleidigt, rettet sich mit grandiosen zweiten Schlägen, Birdies gelingen trotzdem wenige. Spannend sind höchstens ein paar Bunkerschläge, weniger hingegen der Smalltalk der beiden „Rivalen, die zu Freunden wurden“, der über Spielermikrophone ! direkt ins Wohnzimmer ! geliefert wird. Breaking News: Phil schnauft beim Gehen. Und wie.

Flutlicht-Finish

Magere Höhepunkte auf der Runde, einer der besten wohl der Chip-in von Tiger auf der 17 und endlich mal die geballte Siegerfaust. Oder Phils Bunkerschläge, bei denen der Ball für einen Lefty noch günstig liegt. Über 18 Löcher dominiert keiner der beiden wirklich, Mickelson ist etwas länger 1 up, aber der Spielstand am letzten Grün ist ausgewogenst: All Square.

Es geht ins Nachspiel, zuerst noch einmal über die (grandiose) 18, dann auf ein künstlich geschaffenes, 85 Meter langes Par 3 vom Putting Green auf das Grün der 18. Endlich wird es spannend, die Veranstalter drehen das Flutlicht auf, die 700 geladenen Zuschauer kommen nun doch ein wenig in Stimmung. Drei Mal muss das Par 3 von den beiden gefrustet wirkenden Herren gespielt werden, ehe Mickelson endlich den entscheidenden Putt locht und The Match gewinnt.

Ein Platz als Sieger

Ich habe, ganz amerikanisch, eine Tüte Chips verputzt, dazu ein Cola und im Flutlicht einen ganz kleinen Baileys on the Rocks. Es ist 2 Uhr als ich schlafen gehe und ich bin schwer beeindruckt: vom Shadow Creek Golfcourse in Las Vegas, einem der schönsten Plätze, die ich je im Fernsehen gesehen habe – dem eindeutigen Sieger des Abends.

http://www.shadowcreek.com

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