Salzburger Land – GC Zell am See-Kaprun: Und immer grüßt das Kitzsteinhorn

Wenn man in Zell am See Golf spielt, hat man außer dem nächsten Grün und dem Score auch stets etwas Anderes, sehr Schönes im Blick: die Gipfel der Hohen Tauern mit dem Kitzsteinhorn als Star. Erstaunlicherweise sind angesichts des Bergpanoramas beide Kurse des GC Zell am See-Kaprun vollkommen eben, was ich an diesem heißen Sommernachmittag Anfang Juli besonders zu schätzen wusste.

Gleich zwei 18-Loch-Plätze gibt es im GC Zell am See-Kaprun, der seit heuer auch wieder zu den Leading Golf Courses gehört. Meine Wahl fiel auf den Kurs Kitzsteinhorn, denn: Eine Woche vor mir hatten die Großen dort gespielt. Bernd Wiesberger teete hier auf und Matthias Schwab auch, Niklas Regner und Emma Spitz wurden Staatsmeister/in. Ein Grund mehr, sich anzusehen, wie der Platz für Normalsterbliche wie mich zu spielen ist.

Originell jedenfalls ist der Weg vom Parkplatz zum Clubhaus. Er führt direkt über die Gleise der Pinzgauer Lokalbahn. Es hat an die 30 Grad an diesem Julisamstag und ich freue mich auf die Runde unter schattigem, alten Baumbestand. Im Sekretariat ist man sehr freundlich, der Pro-Shop bietet viel, allerdings keine nette Begrüßung und null Service. Der Herr (Chef?) ist mürrisch, knallt mir den bestellten Leih-E-Trolley immerhin gnädig vor die Tür. Vielleicht ein Sonnenschirm bei der Hitze? „Hamma ned.“ Das ist schade, denn die Dame am Telefon, bei der ich mich Tage zuvor nach Leihequipment erkundigt hatte, war unglaublich bemüht und zuvorkommend.

Feiner Parklandkurs

Dafür ist die Begrüßung am 1. Abschlag umso freundlicher. Ein einheimisches Ehepaar spielt mit mir im Flight, Touristiker natürlich, wie könnte es hier anders sein. Viel ruhiger sei es in Zell am See heuer, coronabedingt deutlich weniger (arabische) Touristen, aber es würde langsam, weil jetzt wieder viele Österreicher hier Urlaub machten. So wie ich.

Es geht für mich auch spielerisch erfreulich los, der Abschlag sitzt, das Fairway ist kurz gemäht und die Bälle rollen weit aus, das bringt mehr Länge. Wir spielen auf den ersten 9 auf breiten Bahnen, gesäumt von hohen, schattenspendenden Bäumen, die aber zuweilen dann auch das Spielgeschehen beeinflussen. Die 4 gibt erstmals den vollen Blick auf das Kitzsteinhorn frei und man vergisst kurz, dass man sich eigentlich auf das Überspielen des Biotops auf das Grün konzentrieren sollte. Das Platz-Layout ist und bleibt abwechslungsreich, die Bunker sind gut zu spielen, die Grüns großzügig und spurtreu. Und schnell, müssen wir feststellen, da wirkt wohl noch das Turnier nach. Wasserhindernisse gibt es hier in Form malerischer, froschbesetzter Biotope, Schilflandschaften begrenzen so manche Bahn. Die 9 endet am Clubhaus und dann geht man ein ganzes Stück Weg an den Bahngleisen entlang zum Abschlag der 10.

Mahr Wasser auf den Back Nine

Ab hier ändert sich zwar nicht das Gelände, aber doch die Optik des Platzes. Es wird weiter, offener, die Fairways sind gesäumt von hohem Wiesengras. Was bleibt, ist der imposante Bergblick, was kommt, ist deutlich mehr Wasser. Schon auf der 10 spielt man über einen der großen Teiche auf’s Grün, auf der 11 muss der Abschlag darüber. Der Platz ist spannend und herausfordernd, aber fair. Wenn man keine großen Fehlschläge hat, kann man auch mit höherem Handicap hier sein Freude haben. Allerdings ist es unglaublich heiß geworden mittlerweile, das Ehepaar hat schon auf der 9 kapituliert, und ich kämpfe mich allein über den Platz. Die Back Nine liegen voll in der Sonne, zum Schwitzen bringen mich außerdem die längeren Bahnen und die stärker ins Spiel kommenden Wasserhindernisse. Man muss hier deutlich präziser spielen, will man nicht in missliche Lagen geraten (nona). Die 18 führt dann zurück Richtung Bahn, ein Zug fährt gerade pfeifend hinter dem Grün vorbei, die Schatten des Spätnachmittags sind lang und der Radler im Clubhaus ist nah.

Der nebenanliegende Kurs Schmittenhöhe hätte mich auch interessiert, natürlich, ich entschied mich aber stattdessen für zwei andere Plätze in der Gegend. Zell am See, mitten im Salzburger Land, ist ein wunderbarer Ausgangspunkt (nicht nur) zum Golfen. Gleich mehrere Golfplätze liegen in einem Umkreis von 20 bis 30 Minuten Fahrzeit. Brandlhof und Mittersill habe ich gespielt – und höchst unterschiedliche Eindrücke mitgenommen. Aber das ist eine andere Geschichte, demnächst hier.

www.golf-zellamsee.at

Ungewöhnlicher Weg zum Clubhaus
Rauchzeichen? Die 1, geradewegs Richtung Imbachhorn
Schöner Baumbestand, akkurat gemähte Fairways
Vor lauter Bergblick könnte man fast das Biotop vor dem Grün der 4 übersehen…
Schilf modelliert die 6, der kleine Heuschober steht dann doch ziemlich im Weg
Wellige Fairways vom Feinsten
Teich und Berge und ein relativ kleines Grün auf der 10
Genießen.
Schnurgerade auf’s Grün der 14 (Par 3)
Top gepflegt, wie es sich für einen Leadingplatz gehört – auch außerhalb der Bahnen
Auch auf der 18 muss man noch einmal über Wasser abschlagen. Der Blick nach links vorher lohnt.
Lange Schatten. Blick zurück auf der 18 Richtung Imbachhorn
Witzig: WC-Türschildchen im Clubhaus. Mit Hcp -27,2 nahm ich brav diese Kabine 😉

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