GC St. Oswald: Mühlviertel pur für (fast) alle Jahreszeiten

Ich bin ja so gern unterwegs im Ausland, aber wenn ich dann in die Heimat zurück komme, denke ich oft: Warum eigentlich wegfahren, wenn es hier so schön ist?! Das geht mir auch bei Golfplätzen so, denn das Gute liegt so nah: Wenn ich sommers über in Oberösterreich wohne, ist der GC Mühlviertel St. Oswald-Freistadt der nächste Platz. Seit er einen neuen Betreiber hat und die finanziellen Klippen erfolgreich umschifft wurden, ist er wieder eines: eine glatte Empfehlung.

Heute zum Beispiel: Es ist Anfang August und es ist heiß. Trotzdem sehe ich schon vom Parkplatz neben dem chicen Clubhaus (mit Rasendach!) aus: St. Oswald ist grün, der Regen der letzten Tage hat dem Platz gutgetan. An den Autokennzeichen wiederum erkenne ich, dass nicht „nur“ Einheimische hier sind, sondern auch Linzer, Münchner, Wiener. Das freut mich, denn seine Lage ist gleichzeitig die Stärke und die Schwäche des Platzes: Einerseits liegt er mitten in der ruhigen, reizvollen Landschaft des Mühlviertels, andererseits muss man schon ein Weilchen fahren, um hierher zu kommen. Lohnt sich aber, Freistadt liegt nahe und ist einen Besuch wert (Konditorei!!).

Heute aber wird gegolft. Die knallroten Beeren der Ebereschen leuchten bereits, die Luft ist klar, und schon vom Putting Green (jaaa, ich war dort! Foto) hat man einen wunderschönen Ausblick in die hügelige Landschaft, in die auch der Platz eingebettet ist. Heißt im Klartext: Einen ebenen Platz darf man hier nicht erwarten, es geht bergab (gleich auf der 1) und bergauf (ebenfalls auf der 1) – und das bleibt bis zum Schluss so. Wer ein bissl fußmarod oder einfach faul ist, nimmt in St. Oswald gern ein Cart, ich gehe lieber.

Dafür hat man einige spektakuläre Abschläge, etwa auf der 2 über ein laaaanges Biotop steil bergab (Foto) oder auf der 5, dem für die Herren über 600 Meter langen Par 5 bergab (Foto). Überhaupt ist hier meistens der Driver der Schläger der Wahl, die Bahnen sind gut einzusehen, die Landezonen breit, der Weg zum Grün erschließt sich zumeist vom Abschlag aus. Theoretisch zumindest.

Spieltaktik und eine gute Strategie sind trotzdem gefragt. Wenn zum Beispiel ein Mühlviertler Bacherl genau vor dem Grün liegt wie auf der 6 (Foto) und Vorlegen nicht unbedingt nur etwas für Weicheier ist, weil rund um’s Grün überall Out- bzw. Bacherl-Gefahr. Wenn die Bahnen so hängen, dass man sie besser ganz oben links anspielt und auch tunlichst dort oben bleibt wie auf der 7 (Foto) usw. usw. Dafür kommt Wasser nicht allzu oft ins Spiel, so richtig eigentlich nur auf dem Par 3 der 15. Die Fairways sind breit genug, wie Teppiche derzeit und perfekt zu spielen. Das gilt auch für die nicht allzu stark gewellten, spurtreuen Greens, die nicht ein einziges Mal auf 18 Loch die Ausrede für einen verschobenen Putt liefern. Wer hier schlecht puttet, ist selbst schuld.

Irland ganz nah

Fünf Greenkeeper werken auf dem Platz und tun ihr Bestes. Gerade wird das Wasser in sämtlichen Ballwaschern ausgetauscht, aber am Abschlag vor dem Par 3 ist trotzdem ein bissl Zeit zum Plaudern. Das kennzeichnet St. Oswald überhaupt. Hier sind GreenfeespielerInnen herzlich willkommen, von den Mitgliedern auch ganz selbstverständlich als FlightpartnerInnen auf der Runde. Im Sekretariat sitzt immer der Hannes (zumindest ist er immer da, sooft ich hier bin) und ist gut aufgelegt. Wir tratschen ein bissl, dann kommt Karl Haider vom Vorstand dazu und erzählt mir vom tollen irischen Turnier im Juni. Ich war leider nicht dabei, weil selbst gerade in Irland und, haha, genau auf jenen Plätzen, deren Präsidenten alljährlich nach St. Oswald kommen. Nächstes Jahr also nix Irland sondern Mühlviertel 😉

Nach der Runde nett essen 

Seit die neuen Pächter da sind, kann man nach der Runde im Clubrestaurant auch gut essen. Ich probiere Schafkäse im Speckmantel mit Roten Rüben und danach die Haustorte mit Äpfeln und Mohn, genieße die Mühlviertler Aussicht und fühle mich wohl. Wie immer, wenn ich hier bin. Drum gibt es diesmal ausnahmsweise auch zwei Fotos, die nicht aktuell sind, aber trotzdem Lust auf den Platz machen: eines vom vergangenen Herbst und eines aus dem Frühjahr.

http://www.gcstoswald.at

Mühlviertler Aussicht schon vom Putting Green aus
Über ein laaanges Biotop schlägt man auf der 2 ab.
Zu jeder Jahreszeit schön, dieser typische Mühlviertler Wiesenweg zur 3
Für die Herren 612 Meter, für die Damen immerhin 470: das längste Par 5 am Platz, Dogleg nach links
Über ein Mühlviertler Bacherl spielt man auf der 6 auf’s Grün. Nicht immer…
Unter Apfelbäumen der Blick auf’s (wie alle anderen topgepflegte!!) Grün der 11
Schieflage, am besten immer ganz links halten auf der 7
Fairways wie Teppiche, spurtreue Grüns, herrlicher Rundblick
Das Par 3 der 15
Samtig Richtung Grün auf der 17
So schön ist es im Herbst hier…
… und so schön im Frühjahr (Abschlag der 5)

 

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