November auf Gran Canaria, Teil 2: Salobre New Course – formidables Felsengolf (fast) ohne Fairways

Wieso nur kam mir auf der Runde öfter der Gedanke an „Spiel mir das Lied vom Tod“? Es war nicht die sengende Hitze (angenehm spätsommerlich), eher die Atmosphäre und die absolute Stille auf dem Salobre New Course, die mich an Filmszenen aus Arizona denken ließen. Doch gefährlich sind hier nur Abgründe und verzogene Schläge. Wir kämpften uns wacker durch karges Gestein, suchten Bälle zwischen Kakteen und Stachelbüschen. Und spielten, ja, auch Golf.

Wie praktisch, den Pro mit auf Golfreise zu haben! Nicht nur, weil er auf der Range vor der Runde geduldig zum weißgottwievielten Mal dieselben eingeschlichenen Fehler ausbessert, sondern auch, weil er den Platz schon kennt. Im Hotel-Shop gibt es natürlich auch ein Birdiebook für den New Course zu kaufen, mit dem Pro als Caddie ist es aber deutlich netter.

Wir stehen an Tee 1 und überlegen. Der Abschlag führt über eine Kuppe, keine Ahnung wie es dahinter weitergeht. Ja nicht zu weit rechts, weil Abgrund, lautet die Empfehlung. Was wir noch nicht wissen: Dass wir nicht sehen, wo der Ball landen soll, wird heute öfter so sein. Der Platz wurde an die Hänge der Hügel hier gebaut, dementsprechend führt er in Täler und auf Höhen, bietet oft wenig Einblick in Landezonen und überwindet schon mal richtige kleine Canyons. Über Cart-Ja-oder-Nein haben wir gar nicht diskutiert, hier muss man aus Zeitersparnisgründen ohnehin eines nehmen, die Wege zwischen den Löchern sind lang und steil.

Spiel zwischen Schluchten, Felsen und Kakteen

„Es wird besser“, tröstet uns der Pro auf der 3, einem Par-5-Dogleg, bei dem rechts wieder der Abgrund droht, genau hinter dem Knie ein Bunker liegt und kurz vor dem Grün eine Schlucht. Wird es aber nicht. Das Gelände muss man hier so nehmen, wie es ist. Im Weg meistens. Oft liegt auf dem Weg zum Grün sandbraunes Geröll mit allerdings sehr hübschen Kakteen. Abschläge führen über tiefe Canyons auf schmale Fairways, neben Wegen sind Outgrenzen gesteckt, weil daneben das ebenso schmale Nachbarfairway liegt. Nach wenigen Bahnen wird uns klar: Der Platz ist einfach so.

Und das ist einfach toll! Wenn man sich einlässt auf diesen Platz, wenn man den sanften, gemütlichen Parklandkurs im Heimatclub einmal vergisst, ist der New Course Herausforderung und Spaß zugleich. Klar, hier golft es sich anders. Hier musst du höllisch präzise sein meistens, sonst ist der Ball unwiederbringlich futsch. Hier kann man nicht einfach mir dem Driver draufhauen außer von jenen Tees, von denen aus man über eine Schlucht spielen muss. Dort brauchen nicht nur die Herren ordentlich Carry, um über Abgründe auf’s Fairway oder das Grün zu spielen, hier braucht man vor allem Feingefühl und ein gutes kurzes Spiel. Und man muss Schräglagen mögen. Die gute Nachricht: Wasser gibt es auf dem ganzen Platz nur zwei Mal.

Auch der New Course ist toll in Schuss, die Rasenkanten an den Abschlägen sind messerscharf, die Grüns schnell, die Fairways kurz gemäht und ermöglichen ziemlichen Roll. Die Tatsache, dass hier nie Greenkeeper das Spiel stören, ist schnell und sehr einfach erklärt: Die Fairways-Flächen sind so gering – das  Mähen ist am frühen Morgen ratzfatz erledigt, wenn die GolferInnen noch beim Frühstück sind.

Abenteuergolf

Der Salobre New Course ist ein bissl so etwas wie eine Abenteuerspielplatz für GolferInnen. Wir haben ihn letztendlich alle genossen, uns mit ihm angefreundet und ihn auch bezwungen, denn fair ist der Kurs trotz allem und mit 4.400 m (gelb) bzw. 3.500 m (rot) wahrlich nicht lang. Gleich sieben Par 3 gibt es, eines spektakulärer als das andere. Die Ausblicke ins canarische Binnenland sind wunderbar, die Schatten, die der zerknitterte Fels wirft, aufregend. Gut vorstellbar, dass Ennio Morricone hier dieselben Töne gefunden hätte..

https://salobreresort.com

Lies bitte hier im Blog auch über den Salobre Old Course

Lies bitte hier im Blog auch über Anfi Tauro Golf

 

Die 3, ein Dogleg nach rechts und dann über die Schlucht auf’s Grün… (Par 5)
Drüberspielen oder doch besser vorlegen?
Terassenförmige Abschläge und, wenn man Glück hat, auch etwas Fairway!
Rechts im Bild: die 5 und die 6 gegenläufig nebeneinander. Und das ist schon sehr breit hier.
Am Abschlag. Das Fairway ziemlich weit weg, nicht nur die Herren brauchen hier ordentlich Carry!
Steil bergauf, die 13 (Par 4)
Noch steiler bergab – die 14 (Par 4)
Bälle sind hier äußerst schwer zu finden.
Neben dem schönen Kaktus: das Gelbe Tee. Soll keiner sagen, Landezonen wäre4n hier schwer zu erkennen 😉

Ein Kommentar zu „November auf Gran Canaria, Teil 2: Salobre New Course – formidables Felsengolf (fast) ohne Fairways

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